Das StattHaus – eine architektonische Herausforderung

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Das StattHaus – eine architektonische Herausforderung

Ansicht StattHaus
 

Was brauchen Menschen mit Demenz in Bezug auf ihren Wohnraum? Wie gelingt es, Wohnen in ambulanter Pflege mit den anderen Angeboten des StattHauses zu kombinieren? Fragen, die in Anbetracht der konkreten Situation einiges an Planung erfordern – schließlich wird aus einer Jahrhundertvilla, die unter Denkmalschutz steht, ein Demenzzentrum, in dem Betroffene, Unterstützer, Nachbarn und andere Besucher sich frei bewegen und wohlfühlen sollen. Wie verbindet man die für die Mieter wichtige Privatsphäre mit der Vorstellung vom offen zugänglichen Haus und der Idee einer Begegnungsstätte für Jedermann ? Und wie lässt sich der Anspruch an ein niedrigschwelliges und barrierefreies Angebot verwirklichen?

Für all diese Herausforderungen mussten verschiedene Lösungsansätze erarbeitet werden. Eine Sisyphusarbeit, die durch akribisches Messen, Nachjustieren und Diskutieren zumindest in der Theorie in Kürze abgeschlossen wird. An dieser Stelle sollen nur einige Punkte genannt werden, die die künftigen Mieter und Gäste erwarten. Dazu gehört eine große Dachterrasse, die jederzeit Luft und Licht für die Mieter in der Wohngruppe gewährleistet. Ein Aufzug wird eingebaut und die Wohn- und Lagerräume sollen so angelegt werden, dass für das Pflegepersonal die Wege möglichst kurz sind. Hinzu kommen Überlegungen zu technischen Hilfsmitteln, die das Leben und Arbeiten in der Wohngemeinschaft professionell unterstützen und Sicherheit bieten.

Ein Schwerpunktthema hierbei ist Licht. Wissenschaftliche Untersuchungen und Erfahrungen zeigen, dass für Menschen mit Demenz Jahreszeiten am besten anhand des Lichteinfalls erleben und genießen können. Laut Studien wirkt sich ausreichend Tageslicht und Beleuchtung positiv auf das Wohlbefinden von Betroffenen aus. Das Ergebnis sind weniger Depressionen, eine bessere Stimmung, ein geringerer Abbau von Gedächtnis und Orientierungsvermögen sowie eine deutliche Erhöhung der Selbstständigkeit, zum Beispiel beim Verrichten kleinerer Haushaltsaktivitäten. Auch auf den Tag-/Nachtrhythmus, die biologische Uhr, wirkt sich bei ausreichend Beleuchtung sehr positiv aus. Selbst die Gabe von Medikamenten lässt sich durch eine entsprechend hohe Lux-Zahl reduzieren.

Der Plan des Landschaftsarchitektenbüros Wolfgang Roth für den 1.000 qm großen Garten sieht vor, einen „Garten der fünf Sinne“ zu gestalten. Fühlen (säen, pflanzen, ernten, zum Beispiel Kräuter), Hören (Wasser), Sehen (Vogelvoliere, Klangstäbe o.ä.) und Schmecken (Beerensträucher). Angedacht ist eine parkähnliche kleine Anlage für Menschen mit und ohne Demenz, die gemeinsam etwas einpflanzen oder wo Interessierte gemäß dem Prinzip „Beet gegen Zeit“ einen Teil des Gartens nutzen können. „Auch hier werden sich wie im Kultur- und Info-Cafe, Menschen mit und ohne Demenz begegnen, annähern und hoffentlich Schwellen und Ängste abgebaut. Natürlich kann man sich auch einfach ausruhen oder einen Kaffee trinken“, so Projektleiterin Jutta Burgholte-Niemitz zu dem Vorhaben. „Ich freue mich jetzt schon, wenn die ersten Gäste und Bewohner hier eintreffen und hoffentlich genauso begeistert von dem Haus sind wie ich.“

Die aktuellen Skizzen des Architekten für das StattHaus finden Sie hier. (PDF-Dokument, 1 MB)

Außerdem können Sie sich Skizzen des Gartens (PDF-Dokument, 1.4 MB) sowie die aktuellen Bepflanzungspläne (PDF-Dokument, 6.8 MB) herunterladen.

 

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