Interview mit Rosemarie Bodenburg, erste WG-Patin im StattHaus

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Interview mit Rosemarie Bodenburg, erste WG-Patin im StattHaus

Frau Bodenburg, Sie sind die erste so genannte WG-Patin im StattHaus. Wie kamen Sie dazu?

Mein Lebensgefährte und ich waren Teilnehmer des ersten Seminars von Frau Burgholte-Niemitz im Frühjahr 2011. Er war damals schon erkrankt und ich habe ihn mitgenommen, da ich niemanden hatte, der sich um ihn kümmert. Er hat auch immer lieb bei uns gesessen, aber zum Glück nicht sehr viel verstanden. Aus dem Seminar, das aufgrund der vielen Informationen sehr interessant war, bildete sich eine Gruppe Betroffener zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch und um sich gegenseitig Tipps im Umgang mit Alzheimer-Erkrankten zu geben. Ich bin dann auch zur Angehörigengruppe der WG-Interessenten gestoßen, da ich mir vorstellen konnte, meinen Lebensgefährten ins StattHaus einziehen zu lassen. Aus dieser Gruppe, die sich alle vier Wochen trifft, ist inzwischen eine eingeschworene Gemeinschaft entstanden, die gut tut. Mein Lebensgefährte ist leider im August dieses Jahres gestorben. Ich nehme aber gern weiterhin an dieser Veranstaltung teil und bin sehr stolz, zur ersten WG-Patin „ernannt“ worden zu sein.

Was reizt Sie an der Aufgabe als WG-Patin im StattHaus?

Es war ja geplant, meinen Lebensgefährten im StattHaus aufzunehmen. Das war damals für mich ein Licht am Horizont, da ich ihn zu Hause betreute. Ich habe das gern gemacht, aber es ging langsam an meine Reserven. Das Projekt StattHaus ist für mich und auch die anderen so etwas wie unser „Kind“ geworden. Ich beobachte von Anfang an die Realisation dieses wunderbaren Plans, zumal ich die Zustände in einem Pflegeheim, in dem mein Lebensgefährte zum Glück nur ein paar Tage verbrachte, bevor er starb, am eigenen Leib erlebt habe. Es war dort ziemlich schrecklich, zu wenig Personal, das absolut überlastet war. Die armen kranken Menschen wurden überhaupt nicht beschäftigt, daher liefen sie den ganzen Tag den Gang auf und ab. Ich denke, im StattHaus wird das sicher anders.

Haben Sie schon eine Idee oder Vorstellung, worin Ihre Aufgaben als WG-Patin bestehen werden und wie Sie sie angehen möchten?

Ich möchte dem StattHaus meine Hilfe anbieten. Ich stelle mir vor, Einkäufe zu tätigen, Kuchen zu backen, mit den Bewohnern spazieren zu gehen, je nachdem was gewünscht wird. Natürlich ist meine Zeit begrenzt, da ich ganztags (ab und zu auch nachts) im Krankenhaus arbeite, aber ich möchte mich wirklich zum Wohl der Bewohner einsetzen – auch im Gedenken an meinen verstorbenen Liebsten. Ich freue mich schon sehr auf die Eröffnung im nächsten Jahr.  

 

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