StattHaus aktiv - Rückblick

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STATTHAUS AKTIV - RÜCKBLICK

Herbstseminar „Mit Demenz leben“

Zum siebten Mal hat im Herbst das Informationsseminar „Mit Demenz leben – mehr wissen, besser (be)handeln“ stattgefunden. An sieben Abenden haben Angehörige und Interessierte medizinische Hintergründe inklusive Diagnose- und Therapieverfahren, Umgangs- und Kommunikationsformen sowie weitere Maßnahmen bei der Begleitung von Menschen mit Demenz kennengelernt. Darüber hinaus wurden wichtige rechtliche Fragestellungen zu Vorsorgevollmachten und Betreuung besprochen sowie über örtliche Anlaufstellen und Hilfen informiert. Auch das Thema Abschied und Loslassen kamen zur Sprache.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle nochmals an die Abteilung Personalmanagement und Organisationsentwicklung der Offenbacher Stadtverwaltung für die Nutzungserlaubnis der Seminarräume sowie die rundum tolle Unterstützung in den beiden Seminaren 2014! Nicht nur dies, sondern die umfassende Herzlichkeit in sämtlichen Bereichen der Stadtverwaltung hat uns den Abschied aus der Berliner Straße 60 trotz aller Vorfreude auf den Einzug nicht leicht gemacht.

 

Kaffee & Kuchen-Nachmittag in den (künftigen) WG-Räumlichkeiten

 

Was tun, wenn man sich seit Monaten auf eine Eröffnungsfeier vorbereitet, Einladungen verschickt hat und das Fest kurz vorher trotz aller Mühen im Vorfeld abgesagt werden muss? Wenn Helfer sich schon Monate vorher viele Gedanken gemacht, Ideen entwickelt und schon Dinge organisiert haben (abgesehen von der Freude, dass es endlich richtig „losgehen“ kann)?

 
 

Dann ist das verständlicherweise erst einmal eine große Enttäuschung. Gleichzeitig ist das Besondere an den StattHaus-Helfern, dass sie sich nicht lange damit aufhalten, sondern lieber positiv mit Tatsachen umgehen und weitermachen. Kurzerhand wurde nämlich entschieden, in kleiner Runde einen Kuchen- und Kaffeenachmittag mit den zukünftigen Mietern, deren Angehörigen, Pflegedienstmitarbeitern und Helfern in den Räumen der WG durchzuführen. Das wurde dann auch gemacht – ohne Küche und sonstigem Mobiliar, dafür mit viel Herzblut, selbstgebackenem Kuchen und zahlreichen guten Gesprächen. Und eine Vorahnung für das spätere Leben, das bald einziehen würde.

 

Angebot „Anlaufstelle für ältere Menschen“ mit einer bunten Auftaktwoche gestartet

 

In der letzten Novemberwoche gab es im StattHaus verschiedene Aktionen, die sich mit dem Thema Älterwerden beschäftigten. Unter dem Motto „Aufbrechen – Neues wagen – Auf den Weg machen“ lud das StattHaus am 24.11. zu einer Podiumsdiskussion mit interessanten Gästen ein. Mit dabei war Gertrud Rosemann, die mit jetzt 92 Jahren Besucher im Museum für Kommunikation in Frankfurt durch die Ausstellung „Dialog mit der Zeit“ führt und auch darüber hinaus von ihren spannenden Lebenserfahrungen zu erzählen wusste. Renate Rütten, Mitgründerin und Vorstand des Vereins „Anders leben, anders wohnen“ berichtete über den Aufbau einer selbstverwalteten Hausgemeinschaft mit mehreren Generationen in Bergen-Enkheim.

 
 

Henning Knapheide, zuständig für das Angebot „Wohnen für Hilfe“ vom Frankfurter Bürgerinstitut, erläuterte das Konzept des Projekts sowie Nutzen und Bedingungen der beteiligten Personen. Weiterhin erläuterte Martin Erhardt, Fachreferent für Altenbildung und Autor des Buches „Altenarbeit weiter denken“ die neuen (Rollen-)Bilder älterer Menschen und was dies für uns alle zukünftig bedeuten wird. Am Dienstag bot sich bei einem „Dämmershoppen“ im Pavillon des Dreieichparks Gelegenheit, sich über Besonderheiten und Lieblingsplätze des Viertels auszutauschen. Der Mittwoch stand unter dem Zeichen der Prävention und Information, was zu einem gesunden und gelingenden Älterwerden dazugehört. In Kooperation mit der Aesculap Apotheke, der Etagerie und einer Fachanwältin für Erbrecht konnten sich Besucher in entspannter Atmosphäre über verschiedene Aspekte des „guten Älterwerdens“ informieren. Abschluss der Auftaktwoche bildete am Donnerstag eine Lesung mit Kathrin Pläcking, die in einer Demenz-Wohngemeinschaft tätig war und aus ihrem Buch „Erste Wahl: Ein Zukunftsroman“ vorlas.

 
 

Das Angebot „Anlaufstelle für ältere Menschen“ ist ein ergänzender Baustein im Haus, der die im Stadtteil lebenden älteren Menschen ansprechen und präventiv unterstützen soll. Grundlegendes Ziel ist, dass die Menschen im Viertel möglichst lange selbstbestimmt in der gewohnten Umgebung wohnen bleiben und eine Anlaufstelle für ihre Anliegen haben. Der Aufbau wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für 18 Monate finanziell unterstützt.

 

Vortrag „Technik im Einsatz für ein selbständiges Leben im Alter“

Im Rahmen des Angebots „Anlaufstelle für ältere Menschen lud das StattHaus interessierte Bürger und Netzwerkpartner am 9.12. zu einem Vortrag rund um technische und technologische Neuigkeiten wie auch bewährte Lösungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ein. Die Innenarchitektin und Alternswissenschaftlerin Bettina Rudhof stellte dabei aktuelle Trends aus den Bereichen Gesundheit und Wohlbefinden, Sicherheit und Privatsphäre, Erkennung von Notsituationen wie beispielsweise Stürze, Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben durch computergestützte Haustechnik oder Assistenzroboter sowie Kommunikationsunterstützung bis hin zur Stärkung der Mobilität im Alltag vor. Bettina Rudhof hat unter anderem die Ausstellung „Barrierefreies Wohnen und Leben“ an der Frankfurter Fachhochschule mitkonzipiert und aufgebaut. Im Rahmen des Hessischen Staatspreises „Universelles Design 2013“ wurde die Ausstellung mit einer Anerkennung ausgezeichnet und ist jeden letzten Mittwoch im Monat für Besucher geöffnet.

 

StattHaus Offenbach baut mit Netzwerkpartnern „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ auf

Gemeinsam mit Partnern aus dem Initiativkreis Demenz hat das StattHaus den Zuschlag zum Aufbau einer „Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz“ erhalten. Damit wurde das Offenbacher Netzwerk in die dritte Förderwelle des Bundes aufgenommen und ist eines von insgesamt 150 Projekten, das aktuell zur regionalen Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz beitragen möchte. Insbesondere soll es darum gehen, nachhaltige und tragfähige Hilfestrukturen zu entwickeln und ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen mit Demenz ebenso wie ihre pflegenden Angehörigen nicht ausgegrenzt, sondern verständnisvoll akzeptiert und so lange es geht in das gesellschaftliche Leben einbezogen bleiben. Insbesondere sollen Angehörige individuelle Hilfe und Unterstützung erfahren und besser entlastet werden. Ambulante und niedrigschwellige Betreuungsleistungen für Menschen mit Demenz sollen ausgebaut werden. Zudem soll flexibler auf Anfragen seitens überlasteter Angehöriger reagiert und schnell Lösungen miteinander abgestimmt werden. Dazu gilt es, die verschiedenen Stadtteile und Akteure noch besser miteinander zu vernetzen.

Erste Ansätze für bereits fruchtende Netzwerkaktivitäten sind ein gemeinsamer Veranstaltungsflyer und der gemeinsame Auftritt am Offenbacher Selbsthilfegruppentag. Zum Offenbacher Demenz-Netzwerk gehören neben dem StattHaus Offenbach unter anderem der Caritas Verband Offenbach, das Freiwilligenzentrum Offenbach, Der Paritätische Offenbach, das Mehrgenerationenhaus „W 58“, das Seniorenzentrum Offenbach, der örtliche Pflegestützpunkt, das Gesundheitsamt, die Betreuungsbehörde sowie einige ambulante Pflege- und Betreuungsdienste. Der inzwischen dritte gemeinsame Veranstaltungsflyer mit Veranstaltungen rund um Demenz in Offenbach kann unter http://www.breuerstiftung.de/statthaus-offenbach/termine/ als PDF heruntergeladen werden.

 

Koreanische Delegation besucht das StattHaus

 

Das Demenzzentrum StattHaus Offenbach und insbesondere das Konzept der ambulant betreuten Wohngemeinschaft stoßen bereits vor der offiziellen Eröffnung auf internationales Interesse. Im September empfing StattHaus-Leiterin Jutta Burgholte-Niemitz eine vierköpfige Regierungsdelegation aus Südkorea, begleitet von einer Dolmetscherin, in der Geleitsstraße 94. Es waren Vertreter des Department of LTC Benefits des neuen Regierungsprogramms Government 3.0, das sich mit der Entwicklung von innovativen und zukunftsweisenden Konzepten für die Versorgung von Menschen mit Demenz befasst sowie ein Vertreter der Forschungsabteilung der führenden nationalen Krankenkasse. Über eine Organisation aus Frankfurt und Recherchen war das koreanische Gesundheitsministerium auf das StattHaus aufmerksam geworden.

 
 

Nach einer Führung durch das Haus erklärte Jutta Burgholte-Niemitz den aufmerksamen Besuchern das Konzept des Demenzzentrums, das mit seinem Motto „Treffen, teilen, tragen – Wohnen, Beratung und Begegnung unter einem Dach“ verschiedene bedarfsorientierte Unterstützungsleistungen für Betroffene und deren Familien anbietet. Die anschließenden Fragen der asiatischen Gäste drehten sich insbesondere um die Prinzipien und Rahmenbedingungen für den Aufbau und die Organisation von ambulant betreuten Wohngemeinschaften. Projektleiterin Jutta Burgholte-Niemitz erläuterte Details zu baulichen Voraussetzungen, Personaleinsatz sowie Finanzierungsmodalitäten. Anschließend begutachtete die Gruppe bei sonnigem Septemberwetter den großen Garten, der Mietern, Angehörigen sowie Nachbarn zur Verfügung stehen soll.

 

Kastanien-Sammelaktion mit der Kita Wirbelwind im StattHaus Garten

 

Im August haben Kinder der Kindertagesstätte Kinderhaus Wirbelwind des Vereins „Die Krabbelstubb’ e.V.“ die vielen Kastanien im StattHaus-Garten aufgesammelt, die im September von den beiden großen Kastanienbäumen im Garten herabfielen.

 
 

Die Anfrage seitens Jutta Burgholte-Niemitz traf auf große Begeisterung seitens der Kinder und positive Zustimmung seitens der Leiterinnen, so dass an diesem Vormittag kräftig gesammelt wurde. Eine schöne wie „erfolgreiche“ Aktion, von der beide Seiten profitierten, denn die Kastanien waren nun vom Boden, die Kinder hatten Spaß und eine Menge Kastanien, um viele tolle Sachen für den Herbst zu basteln.

 

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