Laufende Projekte

Seit Anfang 2013 Qualitätshandbuch in Arbeit

Astrid Ostendorf von der Fachhochschule Frankfurt hat in ihrem Studium der sozialen Arbeit den Schwerpunkt Projektmanagement und Planung ausgewählt. In Kooperation mit Thorsten Fröhlich aus Offenbach, ebenfalls Student an der FH, arbeitet Frau Ostendorf im Rahmen eines Praktikums an der Erstellung eines Qualitätsmanagement-Handbuchs für das StattHaus mit. Hierzu werden aktuell alle vorgesehenen Bereiche in dem zukünftigen Demenzzentrum unter die Lupe genommen und die entsprechenden Prozessabläufe beschrieben.

Studie zu öffentlicher Wahrnehmung von Demenz

Natalie Farinella, Publizistik-Studentin an der Universität Mainz, bearbeitet in ihrer Masterarbeit das Thema „Demenz und Öffentlichkeit“. Für ihr Forschungsprojekt nutzte sie das Netzwerk rund um das StattHaus und führte Interviews mit Angehörigen sowie Betroffenen. Als zukünftige Publizistin interessieren sie Stigmatisierungsprozesse, Formen der Ausgrenzung sowie Bewältigungsstrategien der Betroffenen. Zielsetzung dieser Magisterarbeit ist die Untersuchung öffentlicher Meinung über Demenz sowie die Wahrnehmung der Erkrankung durch die Betroffenen selbst. Dabei wird das Phänomen „öffentliche Meinung“ unter dem sozialpsychologischen Konzept und zwar als Prozess und Ergebnis gesellschaftlicher Interaktion begriffen. Im Zentrum des Interesses stehen vor allem Fragen wie: Wie nehmen sich von Demenz Betroffene selbst in der Öffentlichkeit wahr? Wie schätzen sie die öffentliche Meinung sich selbst gegenüber ein? Bezeichnen sie sich selbst als Außenseiter der Gesellschaft? Welche Gefühle bringen sie dazu, die Krankheit (wenn auch nur am Anfang) zu verschweigen oder diese zu überspielen? Welche Auswirkung hat Demenz auf sie und ihre Angehörigen? Welche Wünsche und Anforderungen haben Betroffene in den Bereichen Information, Medizin und Gesellschaft? Grenzt die Diagnose „Demenz“ die Betroffene aus? Wie und warum kommt es dazu? Wie hängt es mit der Öffentlichkeit zusammen?

Das sozialpsychologische Konzept begreift Öffentlichkeit als bedrohliche Urteilsinstanz bzw. Sphäre, in der man sich bewegt und von allen beobachtet sowie be- und verurteilt werden kann. Öffentlichkeit wird hier als Bewusstseinszustand begriffen, der allen Menschen gemeinsam ist. In Bezug auf Menschen mit Demenz äußert sich öffentliche Diskriminierung vor allem in Form von sozialer Distanz.

Folgen von Stigmatisierungsprozessen sind öffentliche Stigmatisierung (negative Einstellungen gegenüber Menschen mit Demenz), soziale Distanz bzw. Ausgrenzung, Selbststigmatisierung (destruktives Selbstbild, Scham, niedriges Selbstwertgefühl, Ablehnung professioneller Hilfe), Stigmatisierung der Angehörigen, Stigmatisierung von Experten (Pflegepersonal, Einrichtungen), sozialer Rückzug der Betroffenen.

Es gibt defensive Strategien wie Geheimhaltung der Diagnose bzw. Verleugnung der Symptome, selektive Öffnung (Über die Krankheit wird nur berichtet, wenn man die Person gut kennt und für vertrauenswürdig hält), Rückzug vom Stigmatisierer (Vermeidung von Menschen, die eine stigmatisierende Einstellung bzw. Vorurteile gegenüber der Krankheit haben).

Andere wiederum folgen einer offensiven Strategie wie Überkompensierung (Versuch bestehende Stereotype durch das eigene Verhalten zu widerlegen z.B. Defizite außer Acht lassen, dafür bestehende Kapazitäten betonen), Normalisierung (Betonung der Gleichwertigkeit: „Demenz ist Krankheit wie jede andere auch“), lockerer Umgang (scherzhafter Umgang mit der Krankheit: „Wenn ich zu dem vereinbartem Termin nicht erscheine, nimm es mir bitte nicht übel“).

Fazit

  • Demenz gilt immer noch als Stigma
  • Die Scham vor dem eigenen Gedächtnisverlust lässt viele Betroffene verstummen
  • Jedes Verhalten anderer, das dieses Schamgefühl verstärkt, setzt das eigene Selbstwertgefühl weiter herab
  • Die Aufklärung in der Öffentlichkeit sollte daher den Betroffenen in Mittelpunkt stellen und nicht die Krankheitssymptome, deren Defizite und damit einhergehende Belastung

Mit einem qualitativen Forschungsansatz (offenes Interview) beabsichtigte die Autorin neben Experten auch Menschen mit Demenz zu Wort kommen zu lassen, um dadurch deren Meinung und Einstellung sowie deren persönliche Bewältigungsstrategien im Bezug auf Stigma und Diskriminierung zu erfahren und somit das Thema nicht nur von außen, sondern viel mehr von innen bzw. aus der Perspektive der Betroffenen darzustellen.

Menschen gesucht

Wie sucht man Menschen, die interessiert sind, über Altern, Verlust der geistigen Kraft und Tod gemeinsam nachzudenken, ohne sich gleich an die Kategorien bestehender Glaubenssysteme zu binden? Wie sucht man Menschen, die sich nicht gerne mit konventionellen Angeboten sofort zufrieden geben, sondern nach neuen Qualitäten suchen und auch bereit sind, sie selber aktiv zu entwickeln? Wie findet man Querdenker, die die Begriffe von Erfolg und Niederlage im Hinblick auf das Altern hinterfragen wollen, um eingefahrene Perspektiven aufzubrechen?

Gesucht werden Menschen, die ihre späten Lebensabschnitte bewusst gestalten möchten, bevor sich der Handlungsspielraum dramatisch einengt. Menschen, die im Bewusstsein der Unsicherheit jeder Planung einen Entwurf für die Zeit der nachlassenden Kräfte versuchen wollen und die sich nicht auf die konventionellen Familienstrukturen verlassen möchten oder verlassen können.

Wir, eine kleine Gruppe von Frauen, sind gleichsam mit einer dicken Laterne unterwegs, um Menschen für einen Gesprächskreis zu finden, dessen Schwerpunkt die Entwicklung von Denkansätzen und Lösungen für die anspruchsvollen Aufgaben des eigenen Alterns sein soll. Auch bei der Organisation des Gesprächskreises sind Kreativität und Initiative gefragt, da wir erst jetzt beginnen.

Wenn Sie sich angesprochen fühlen, nehmen Sie bitte Kontakt auf zum StattHaus Team 069/ 20305546!

Bundesfreiwilligendienst

Seit Januar 2013 ist das StattHaus eine anerkannte Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Der BFD ist ein Angebot an Menschen aller Generationen, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren. Wer einen BFD im StattHaus absolviert, kann je nach persönlichem Interesse allgemeine Versorgungstätigkeiten, kaufmännische und Verwaltungstätigkeiten und Betreuungsdienste übernehmen. Näheres zu den möglichen Aufgaben besprechen wir gern mit Ihnen persönlich.

Der Einstieg für einen Bundesfreiwilligendienst im StattHaus ist ab Oktober 2013 möglich. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Jutta Burgholte-Niemitz unter 069 / 2030 5546 oder j.burgholte-niemitz@breuerstiftung.de.

 

Newsletter

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter der Hans und Ilse Breuer-Stiftung bestellen und sich regelmäßig über die Entwicklungen sowie aktuelle Preisträger der Stiftung informieren.