StattHaus aktiv – Rückblick 2012

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StattHaus aktiv – Rückblick 2012

Die beiden Informationsveranstaltungen 2012 im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit (Lesung im Boxcamp Geleitsstraße mit Frau Unbescheid und Frau Bockenheimer-Lucius im April 2012 sowie die Kaffeetafel zum Welt-Alzheimertag am 21.9.) waren sehr gut besucht und haben gezeigt, dass das Bedürfnis besteht, mit dem Thema Demenz nicht allein zu sein und eine Anlaufstelle für Angehörige zu haben. Die positiven Rückmeldungen haben uns darin bestärkt, dass Demenz auf eine einfallsreiche und gleichzeitig seriöse Art in das Bewusstsein transportiert und die vielen Facetten der Demenz in den Blick gerückt werden können und auch sollten. Die zahlreichen gemeinsamen Gesprächen waren bei aller Belastung und Schwere für pflegende Angehörige auch ein kraftschöpfender und lebendiger Austausch, der zeigte, dass das StattHaus ein Ort werden kann, an dem persönliche wie allgemeine Themen rund um Demenz aufgegriffen und gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.

Seit Anfang März lassen sich die TeilnehmerInnen des 3. Angehörigenseminars über sieben Termine hinweg zu relevanten Aspekten im Umgang mit einem dementiell veränderten Menschen informieren und tauschen sich über eigene Pflegeerfahrungen aus. Ein besonderer Schwerpunkt der Seminare ist neben der theoretischen Informationsvermittlung die persönliche Reflektion der eigenen konkreten Situation und damit die Suche nach positiven Potentialen und Hilfen für die eigene Pflegesituation. Durch rege Diskussionen wird die Gruppe von allen TeilnehmerInnen als stabile Basis für die eigene Pflegebegleitung gesehen, die ohne weiteres auch zukünftig als Ressource zu nutzen ist. Aus den bisherigen Seminaren haben sich bereits zwei Gesprächsgruppen gebildet, die sich regelmäßig treffen und von der Unterstützung und gegenseitigen Begleitung erheblich profitieren. Außerdem berichten die TeilnehmerInnen, dass kleine Lernschritte, insbesondere bei der Annahme von Hilfen, sichtbar werden. Insgesamt 49 Teilnehmer konnten zu den überaus gut angenommenen Seminaren gezählt werden.

Ebenfalls gestartet ist die Auswahl der zukünftigen Wohngemeinschaftmitglieder. 24 Anfragen gingen hierzu ein, woraus sich bereits eine Angehörigengruppe für die Wohn-Pflege-Gruppe gebildet hat. Diese trifft sich regelmäßig, um den Einzug und alle nötigen Punkte intensiv zu besprechen. Das erste Treffen am 27.11.2012 galt dem Kennenlernen der WG-Interessenten untereinander sowie der Darlegung der persönlichen Ausgangslage. Am 26.2.2013 wurden Fragestellungen bearbeitet, z.B die Grundrisse der Wohnung und die Nutzungsbereiche im StattHaus insgesamt: Raumaufteilung, Vor- und Nachteile der Zimmer und Bedeutung der gemeinsamen Wohn- und Lebensbereiche, Sanitär-Nutzung, Erfahrungen aus dem WG-Alltag u.ä.. Einige Fragen zum Zusammenleben, Konflikte, Aktivitäten, Zusammenarbeit der Angehörigen, Auswahl des Pflegedienstes wurden ebenso erörtert. Abschließend wurde der Film „Hier gibt man keinen einfach ab“ aus einer Hamburger WG vorgestellt. Das nächste Treffen mit dem Thema Finanzierung des Wohn-Gruppen-Platzes findet am 14.05.2013 um 17 Uhr in der Berliner Straße 60, 11. Stock, statt. Weitere WG-Interessenten können nur nach vorheriger Anmeldung (069/ 20 30 55 46) teilnehmen. Für interessierte „Nachrücker“ erstellen wir Protokolle, die gerne eingesehen werden können. Bitte wenden Sie sich an Frau Burgholte-Niemitz, falls Sie Interesse an einem WG-Platz haben.

Unser geplantes Konzept Nachbarschaftsgarten wurde bei der Montags-Stiftung sowie bei der EVO (Energieversorgung Offenbach) vorgestellt und eingereicht. Die Idee einer gemeinsamen Gartenbewirtschaftung entstand mit Unterstützung einer direkten Nachbarin des StattHauses, die das Konzept kritisch geprüft und für Stimmigkeit gesorgt hat. Anfragen aus der Nachbarschaft zeigen bereits Interesse an der gemeinsamen Nutzung und Pflege des Gartens. Interessierte können sich unter www.neue-nachbarschaft.de die eingereichten Beiträge ansehen.

Unterstützung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit leistete die Breuer-Stiftung mit dem StattHaus für den vielbeachteten und begeistert aufgenommenen Film „Vergiss mein nicht“ von David Sieveking. Die Dokumentation begleitet das Leben einer Familie, deren Mutter an Demenz erkrankt ist, über anderthalb Jahre un wurde deutschlandweit von den Medien und Besuchern mit großem Interesse und durchweg positiver Resonanz bedacht. Das Besondere an dem Film ist seine Heiterkeit gepaart mit der persönlichen Auseinandersetzung eines jungen Mannes mit der Vergangenheit seiner Eltern, der sich dazu entschließt, seine Mutter einige Wochen zu betreuen, damit sein Vater sich eine Auszeit vom „Pflegealltag“ gönnen kann. Der Zuschauer beobachtet die oft verzweifelten, oft sehr lustigen Versuche von David, seiner Mutter lichte Momente zu entlocken. Letztlich ist jedoch sie es, die die Familie durch ihre ganz besondere Art durch diese Zeit trägt. Mit einem gemeinsamen Besuch der Premiere am 29.1.2013 im Frankfurter Kino „Mal seh´n“ bedankten sich Projektleiterin Jutta Burgholte-Niemitz und Stiftungsvorstand Roland Bergfeld bei den ehrenamtlichen Helfern für den bisherigen Einsatz. Nach der Vorstellung gab es die Möglichkeit, den Regisseur David Sieveking und seinen Vater Malte persönlich kennenzulernen. Sie waren zur Premiere in das kleine Programmkino gekommen und standen für die vielen Fragen ausdauernd und mit viel Wortwitz zur Verfügung. Für alle war es ein unvergesslicher gemeinsamer Abend, an dem die Demenz aus einer ernsthaften und respektvollen, aber zugleich äußerst humorvollen Perspektive gesehen und viel gelacht wurde.

Wer den Film verpasst hat: Informationen dazu gibt es auf www.vergissmeinnicht-film.de und ein Buch dazu aus („Vergiss mein nicht – Wie meine Mutter ihr Gedächtnis verlor und ich meine Eltern neu entdeckte“) dem Herder Verlag zum Preis von 17,99 Euro.

 

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