Von Tür zu Tür und von Herz zu Herz

Spenden & Helfen

Von Tür zu Tür und von Herz zu Herz – Bürgerschaftliches Engagement hat viele Gesichter

Kennen Sie ihre nähere Nachbarschaft persönlich? Gute Nachbarschaftsbeziehungen reichen vom Leeren des Briefkastens bei Abwesenheit bis hin zu freundschaftlichen Beziehungen. Doch was, wenn es Ihnen wirklich schlecht geht und Angehörige, soweit überhaupt vorhanden, weiter weg wohnen, im Urlaub sind und akute Hilfe nötig wird, beispielsweise in einer Demenz? Gerade dann zeigt sich, wie stark das persönliche Netzwerk tatsächlich ist. Wir möchten keine Angst verbreiten, aber die Tatsache, dass viele herkömmliche Pflege- und Betreuungsformen finanziell wie ressourcentechnisch nicht mehr in ausreichendem Ausmaß greifen, sind mit ein Grund, warum es das StattHaus geben wird. Es geht darum, freiwilliges bürgerschaftliches Engagement nicht nur aus der klassischen Ehrenamtsperspektive zu betrachten, sondern unter dem Aspekt des Beziehungsaufbaus. Das ist unsere Vision. Denn nicht nur Alleinstehende sind früher oder später auf Menschen angewiesen, zu denen sie eine echte Beziehung aufbauen und die Verantwortung für sie übernehmen. Wer einen hilfebedürftigen Menschen und dessen betreuende Fachkräfte unterstützt, gewinnt dabei auch selbst. Denn dem „Helfensbedürfnis“ nachzugehen, ist eine sinnstiftende Erfahrung. Darüber hinaus entstehen Begegnungen, die nachhaltig tragen und zu einem starken Nachbarschafts-Netzwerk werden können.

Die Möglichkeiten, sich im StattHaus einzubringen, es mitzugestalten und damit aktiv an einer gelingenden Quartiersarbeit beteiligt zu sein, sind vielfältig. Beispielsweise möchten wir Patenschaften für Gartenteile vergeben, die von dem Paten regelmäßig gepflegt werden. Auch Menschen, die mit Ihrem Hund Gassi gehen und mit einem Besuch in der Cafeteria oder in der WG für eine wohltuende „Tiertherapie“ sorgen, sind herzlich willkommen. Selbstverständlich freuen wir uns, wenn Sie sich auch direkt in der Wohngemeinschaft, zum Beispiel in Form einer Bewohner-Patenschaft oder regelmäßigen Besuchen, einbringen und zum dauerhaften Gelingen einer lebendigen Gemeinde beitragen möchten. Vielleicht haben Sie aber völlig andere Ideen, die bisher nur in Ihnen schlummerten, aber nicht eingesetzt werden konnten? Dann melden Sie sich, wenn Sie sich gerne engagieren möchten – natürlich auch, wenn Sie noch nicht wissen, was Sie genau machen möchten. In einer lebendigen Beziehung darf auch lebendig diskutiert und über Möglichkeiten und Grenzen kreativ nachgedacht werden. Wir bieten Ihnen Raum zum Ausprobieren und Erfahrungen sammeln, ganz nach persönlicher Kapazität und individuellen Bedürfnissen, sowie Austauschmöglichkeiten in einer kleinen Gruppe, die sich regelmäßig trifft.

Wichtig: Alle, die sie sich ehrenamtlich engagieren, sind nicht als Ersatz-Arbeitskräfte im Einsatz, sondern immer nur komplementär und ergänzend, vor allem aus Interesse am Projekt und Freude, oft mit eigenen Erfahrungen zum Leben mit Demenz (oder weil sie sich bisher noch nicht mit diesem Thema beschäftigt haben, jedoch irgendwann vor den gleichen Fragen stehen wie Angehörige).

Wir möchten Ernst machen mit dem Bürger-Profi-Mix und machen bereits sehr gute Erfahrungen im Miteinander. An dieser Stelle möchten wir das bisherige „ehrenamtliche StattHaus-Team“ kurz vorstellen und skizzieren, wie die einzelnen Personen zum StattHaus kamen.

Die Begleiterinnen der ersten StattHaus-Stunden:

Rita Stoltz, 65 Jahre: Erfahrene Begleiterin seit den ersten StattHaus-Aktivitäten. Sie war bereits bei der Teilnahme am Offenbacher Mainuferfest 2011 fest aktiv dabei. Mit ihrer lösungsorientierten Haltung und Tatkraft und als Organisationstalent in vielen Lebenslagen hilft sie überall dort, wo konkrete „(Wo)Manpower“ gefragt ist. Sie kennt sich als Helferin beim WG-Aufbau bestens aus und kann Angehörige bei konkreten Umzugsaktivitäten unterstützen.

Tanja Sand, 39 Jahre: Gebürtige Offenbacherin. Als Redakteurin hilft sie professionell und verantwortlich bei der regelmäßigen Erarbeitung des Newsletters, denkt sich vielseitig in die StattHaus-Themen ein und begleitet das StattHaus aus der Ferne (aktuell im Bundesfreiwilligendienst in der Rhön), greift mit dem Blick von außen Fragen auf und sucht dazu umsetzbare Antworten vor allem für „Nicht-Fachkräfte“.

Angelika Frendel, 58 Jahre: Buchhalterin aus Offenbach, noch Vollzeit berufstätig. Sie hat selbst Pflegeerfahrung und weiß daher, dass die vorgesehenen Angebote und zukünftigen Strukturen des StattHauses in Offenbach gebraucht werden. Darum findet sie in ihrer knappen Freizeit noch die Kraft, besonders die Angehörigenseminare organisatorisch und inhaltlich zu begleiten. Darüber hinaus unterstützt sie bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten vom Wassereinkauf über Erstellung von Teilnehmerlisten, Erinnerungstelefonate, organisatorische Vorbereitungen bis hin zur Vertretung bei Bedarf. Zudem bindet sie auch ihre persönlichen Netzwerk-Kontakte ein.

Gabriele Rothweiler, 46 Jahre: Nachbarin des StattHauses in der Geleitsstraße aus Überzeugung und Interesse an der StattHaus Arbeit hat sich vor ihrer Berufstätigkeit umfangreich zu organisatorischen Fragestellungen und praktischen Hilfestellungen / Planungen eingebracht. Die von ihr gestalteten Formulare für die Seminarplanung sind aktuell im Einsatz. Ihre nachbarschaftlichen Kontakte und Netzwerke helfen uns sehr bei der weiteren Aufbauarbeit. Darüber hinaus kann sie sich vorstellen, im Gartenprojekt mitzuwirken.

Beate Mantz, 51Jahre: siehe Portrait

Michaela Stollreiter, 45 Jahre: Ehemalige Angehörige aus einer Demenz Wohn-Pflege-Gruppe in Seeheim-Jugenheim möchte nach dem Tod des Vaters diese guten Erfahrungen weitergeben. Baut die Wohn-Pflege-Gruppe im StattHaus mit auf und engagiert sich darüber hinaus konzeptionell in den Vorbereitungen dazu. (siehe auch Interview)

Sabine Hölzerkopf, 58 Jahre: Als pflegende Angehörige im ersten StattHaus Angehörigenseminar sehr aufgeschlossen und interessiert an den Themen Demenz mit den entsprechenden Auswirkungen. Anschließend hat sie aktiv an der ersten Gesprächsgruppe teilgenommen und darüber im letzten Parität Magazin berichtet. Aktuell steht sie als Begleiterin für die 2. Gesprächsgruppe bereit.

Jeanette Kovacevic, 53 Jahre: Neues Mitglied in der Runde, sucht eigentlich dringend eine professionelle Anstellung im Betreuungskontext und hilft uns jetzt ehrenamtlich bei der Betreuung während des Angehörigen-Seminars.

Haben Sie auch Lust, sich im StattHaus zu engagieren und es mitzugestalten? Oder haben Sie eine Idee, die Sie einfach einbringen möchten? Vielleicht brennt Ihnen seit langem etwas unter den Nägeln, das Sie an dieser Stelle erzählen und diskutieren möchten? Dann sind Sie herzlich willkommen, denn wir können jede Verstärkung gebrauchen, sowohl für die einzelnen Bereiche im StattHaus allgemein als auch als Paten für die Wohn-Pflege-Gruppe im Speziellen.

Wenden Sie sich einfach an Jutta Burgholte-Niemitz: j.burgholte-niemitz@breuerstiftung.de
 

 

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