Demenz-Netzwerk Offenbach: Mit Demenz in Berührung kommen

Spenden & Helfen

Demenz-Netzwerk Offenbach: Mit Demenz in Berührung kommen

Kinopublikum im Filmklubb wird am Weltalzheimertag mit ungewöhnlicher Aktion auf die Situation von Betroffenen aufmerksam gemacht

Das Offenbacher Demenz-Netzwerk, ein Zusammenschluss verschiedener Offenbacher Organisationen, Einrichtungen und engagierter Bürgerinnen und Bürger, hat am diesjährigen Weltalzheimertag am 21.9.2015 für eine überraschende „Konfrontation“ mit dem Thema Demenz gesorgt. In Kooperation mit dem Filmklubb organisierte das Netzwerk eine besondere Aktion, bei der die Kinobesucherinnen und -besucher ohne vorheriges Wissen mit der Lage und dem möglichen Verhalten einer von Demenz betroffenen Person in Berührung kamen. In Form einer schauspielerischen Performance, dargeboten von Ulrike Happel, Schauspielerin des Offenbacher t-raums, erhielten die Besucher einen Einblick in oftmals typische Anzeichen und Verhaltensweisen einer von Demenz betroffenen Person. So suchte Happel während des Essens ihren Mann, fragte die Gäste mehrfach nach dem Weg zur Toilette und wusste bisweilen nicht mehr, wo sie sich befand und wo ihr Tisch ist. Der „vermisste Ehemann“ war jedoch nie anwesend gewesen. Die Gäste, die durch das Verhalten der Schauspielerin irritiert wurden, verhielten sich entsprechend sehr unterschiedlich. Von fragenden Blicken bis hin zu hilfreichen Gesten gab es auf das Verhalten unterschiedlichste Reaktionen. Vor dem Start des Films („Und wenn wir alle zusammenziehen?“), der bewusst nicht das Thema Demenz im Vordergrund haben sollte, zog sich Happel zurück und entfernte sich aus dem Kinosaal.

In sensibler und möglichst authentischer Art und Weise wollte das Demenz-Netzwerk am Weltalzheimertag auf die Situation sowie auf ein mögliches Verhalten von Menschen mit Demenz im Alltag hinweisen und dafür sensibilisieren. „Unser Ziel war es, mit dieser Aktion die Besucherinnen und Besucher zu irritieren und den Menschen, die vielleicht noch nicht mit dem Thema in Berührung gekommen sind, die Herausforderung Demenz nahezubringen – und das ohne lange theoretische Ausführungen, sondern so, wie es täglich überall vorkommen kann und auch so, dass der Abend heiter bleiben kann“, erklärte eine der Netzwerkpartnerinnen.

Nach dem Film gab es für interessierte Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, sich mit den anwesenden Netzwerkpartnern über ihre Gedanken und Gefühle zu dem Film sowie über die schauspielerische Vorab-Darbietung auszutauschen, aber ebenso Fragen zu Demenz zu stellen.

Das Offenbacher Demenz-Netzwerk wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Neben einem gemeinsamen Veranstaltungskalender werden verschiedene Maßnahmen im Rahmen des bundesweiten Programms „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ durchgeführt. Ziel ist es, den Umgang mit Demenz und den betroffenen Personen zu verbessern, konkrete Unterstützungsangebote zu schaffen und sie bekannt zu machen. Zum Netzwerk gehören neben dem Demenzzentrum StattHaus Offenbach der Hans und Ilse Breuer-Stiftung der Pflegestützpunkt Offenbach, die Fachabteilung Psychosoziale Gesundheit Offenbach, Der Paritätische Offenbach / Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen im Gesundheitsbereich (AG-SHGiG), das Freiwilligenzentrum Offenbach, das Seniorenzentrum Offenbach, das Mehrgenerationenwohnhaus W58, die Betreuungsbehörde Offenbach, der Caritasverband Offenbach, der ambulante Pflegedienst Topic-Herzog und der ambulante Pflegedienst der AWO. Weitere interessierte Institutionen können sich gerne anschließen, Informationen gibt es bei den bisherigen Netzwerkpartnern.

Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Tanja Sand, Projektkoordination Demenzzentrum StattHaus Offenbach, Telefon: 069 / 2030 5546
E-Mail: statthaus-of@breuerstiftung.de

Über das Demenzzentrum StattHaus Offenbach der Hans und Ilse Breuer-Stiftung
Als zentrale Anlaufstelle für Betroffene und deren Angehörige besteht mit dem neuen Demenzzentrum StattHaus Offenbach der Hans und Ilse Breuer-Stiftung eine innovative Form der Versorgung und Unterstützung. Mit seinem Konzept „Treffen, Teilen, Tragen – Wohnen, Beratung und Begegnung unter einem Dach“ sollen an einem Ort und mitten in einem belebten Stadtteil bedarfsorientierte und konkrete Hilfen entlang des Demenzverlaufs angeboten werden. Neben einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft mit neun Personen gibt es unter anderem die Möglichkeit zur Einzel- und Gruppenberatung, Seminare für Angehörige sowie Gesprächskreise. Die Cafeteria steht den Mietern, aber genauso Betroffenen und deren Familien aus der Umgebung zur Verfügung. Die unterschiedlichen Zugänge sollen dabei helfen, Hemmschwellen zu überwinden und eine frühzeitige Inanspruchnahme der individuell passenden Unterstützung zu erfragen.
 

Über die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz
Bis zum Jahr 2016 sollen in ganz Deutschland bis zu 500 „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz” entstehen. Ziel des Bundesmodellprogramms ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen direkt in ihrem Wohnumfeld die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert Projekte für jeweils zwei Jahre. Mehr unter www.lokale-allianzen.de
 

 

Newsletter

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter der Hans und Ilse Breuer-Stiftung bestellen und sich regelmäßig über die Entwicklungen sowie aktuelle Preisträger der Stiftung informieren.