Mit Aktivität und sozialen Kontakten den Demenz-Verlauf positiv beeinflussen

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Veranstaltungsreihe im StattHaus Offenbach informierte über Möglichkeiten und Grenzen ambulanter Begleitung zuhause

Mit Aktivität und sozialen Kontakten den Demenz-Verlauf positiv beeinflussen

© Bernd Georg

Unter dem Motto „Demenz im Dialog“ lud das StattHaus Offenbach zu einer zweiteiligen Veranstaltungsreihe ein.

 

Offenbach, 19. April 2016 – Geistige und körperliche Aktivitäten sowie soziale Kontakte gehören zu den wesentlichen Faktoren, damit Menschen mit Demenz lange im eigenen Zuhause bleiben können. Das Risiko, mit einer Demenz in ein Pflegeheim einzuziehen, steigt mit der zunehmenden subjektiven Belastung des betreuenden Umfelds der betroffenen Person. Da häufig vorhandene Unterstützungsleistungen von Angehörigen nicht wahrgenommen werden, wird der Betreuungs- und Pflegealltag auf Dauer nicht mehr bewältigt und macht somit einen Heimeintritt unumgänglich.

Diese und weitere Forschungsergebnisse zur ambulanten Versorgungslage von Menschen mit Demenz präsentierte Prof. Dr. Martina Schäufele von der Hochschule Mannheim letzte Woche in einem Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion im StattHaus Offenbach. Unter dem Motto „Demenz im Dialog“ hatte das Demenzzentrum zu einer zweiteiligen Veranstaltungsreihe in die Geleitsstraße 94 in Offenbach eingeladen. Der erste Nachmittag stand unter der Fragestellung „Mit Demenz möglichst lange zuhause wohnen – wie soll das gehen!?“ und stellte die Möglichkeiten und Grenzen ambulanter Hilfen in den Fokus.

Hausärzte nehmen wichtige Funktion ein

Als weitere wichtige Voraussetzung wurde an diesem Nachmittag eine gute ärztliche Versorgung betont. Dazu gehören insbesondere die Diagnostik und die angepasste Medikamentengabe, die den Verlust von kognitiven Funktionen und der Alltagskompetenz verzögern können. Im fortgeschrittenen Stadium sei ein adäquates Schmerzmanagement vonnöten. Es gelte, Haus- und Fachärzte stärker für die oftmals verharmloste oder nicht angemessen behandelte Erkrankung zu sensibilisieren. Intensiviert werden sollte die Vernetzung von Ärzten, Organisationen und kommunalen Stellen. 

Zur Frage, mit welchen Maßnahmen Betroffene gefördert und ihr Gesundheitszustand zumindest stabilisiert werden kann, nannte Schäufele die geistige und körperliche Aktivierung, wie sie beispielsweise in niedrigschwelligen Betreuungsgruppen oder durch Helfereinsatz im eigenen Zuhause angeboten werden. Auch musische und spirituelle Aktivitäten, Bewegung/Sport und soziale Kontakte tragen zur Stabilisierung des Allgemeinzustands bei.

 
Prof. Dr. Martina Schäufele (Mitte) präsentiert wissenschaftliche Erkenntnisse zu Möglichkeiten und Grenzen der Begleitung und Versorgung von Menschen mit Demenz im häuslichen Umfeld

© Bernd Georg

Prof. Dr. Martina Schäufele (Mitte) präsentiert wissenschaftliche Erkenntnisse zu Möglichkeiten und Grenzen der Begleitung und Versorgung von Menschen mit Demenz im häuslichen Umfeld.

 

Koordination als Herausforderung
Wie lässt sich eine Begleitung konkret organisieren? Dazu diskutierten anschließend Dr. Ursula Frühauf (Allgemeinmedizinerin und Hausärztin), Andrea Tennstedt (rechtliche Betreuerin), Edeltraud Albrecht (pflegende Angehörige), I. Schmalfuß (Nachbarin) und Ramona Belba (freiwillige Helferin). Fazit: Nur im Zusammenspiel unterschiedlicher Hilfsangebote und Personen lässt sich eine lange Verweildauer im häuslichen Umfeld realisieren. Dies gilt insbesondere auch für alleinstehende Personen, die auf ein hilfsbereites, kompetentes und belastbares Umfeld angewiesen sind. Untersuchungen ergaben außerdem, dass Angehörige die Koordination der unterschiedlichen Unterstützungsleistungen aus einer Hand beziehungsweise von einer Fachstelle befürworten.

Frühzeitig Hilfsmaßnahmen aufsuchen  
Um auf die Angebote für die Begleitung von Menschen mit Demenz und deren Familien vorzustellen, öffnete das StattHaus im zweiten Teil der Veranstaltungsreihe am letzten Samstag seine Türen für Angehörige und Interessierte. Unter der Überschrift „Wie frühe Hilfen wirken“ hatten die Besucher bei Kaffee und Kuchen Gelegenheit, das Haus und seine Angebote kennenzulernen sowie Fragen zu stellen oder Beratungsgespräche zu vereinbaren. Das Wissen um ambulante Unterstützungsmöglichkeiten wie Seminare für Angehörige, Gesprächsgruppen, Betreuungs- und Begleitdienste oder der niedrigschwellige Zugang über das Café können helfen, die eigene Situation besser zu meistern. Die Führung durch das Haus und der ambulant betreuten Wohngemeinschaft wurde von Angehörigen vorgenommen, die aus dem WG-Alltag berichteten und für Fragen zur Verfügung standen.


Ansprechpartner für weitere Informationen:
Jutta Burgholte-Niemitz, Leitung StattHaus Offenbach, Telefon: 069 / 2030 5546
E-Mail: j.burgholte-niemitz@breuerstiftung.de

Tanja Dubas, Projektkoordination StattHaus Offenbach, Telefon: 069 / 2030 5546
E-Mail: statthaus-of@breuerstiftung.de  

Weitere Informationen zum Demenzzentrum StattHaus Offenbach, Veranstaltungen und Termine: www.breuerstiftung.de/statthaus-offenbach

Weitere Informationen zur Hans und Ilse-Breuer-Stiftung auf der Website: http://www.breuerstiftung.de/

Pressekontakt:
Uli Kuhn

Uli Kuhn Consulting

Telefon 0178 / 322 01 82

uli.kuhn@ukuhn-consulting.de

 

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