Anlaufstelle für ältere Menschen im Demenzzentrum StattHaus Offenbach mit anregender Podiumsdiskussion eröffnet

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Anlaufstelle für ältere Menschen im Demenzzentrum StattHaus Offenbach mit anregender Podiumsdiskussion eröffnet

Sozialdezernent Dr. Felix Schwenke würdigte mit einem persönlichen Grußwort das Engagement der Hans und Ilse Breuer-Stiftung in und für Offenbach

Offenbach, 25. November 2014 – Mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Aufbrechen – Neues wagen – Auf den Weg machen“ eröffnete das Demenzzentrum StattHaus Offenbach gestern Abend sein ergän-zendes Angebot „Anlaufstelle für ältere Menschen“. Diskutiert wurde das Thema mit Personen und Persön-lichkeiten, die in höherem und sogar sehr hohem Alter durch ihr Engagement neue Wege gehen. Sie zeigten auf, welche Möglichkeiten des Älterwerdens es gibt, aber auch welche Themen relevant werden. Sozi-aldezernent Dr. Felix Schwenke war persönlich anwesend und richtete an Organisatoren, Gäste und Besu-cher ein herzliches Grußwort. Er bedankte sich insbesondere bei Projektleiterin Jutta Burgholte-Niemitz für den Einsatz der Hans und Ilse Breuer-Stiftung, die für Bürger in Offenbach und damit auch für Offenbach als Stadt engagiere. Als zentrale Anlaufstelle für Menschen mit Demenz und deren Familien sei es ebenso wichtig, die in Offenbach und im Stadtteil lebenden älteren Bürger in den Blick zu nehmen und ihnen im StattHaus einen Ort der Begegnung und kompetenter Unterstützung zu bieten. StattHaus-Leiterin Jutta Burgholte-Niemitz ergänzte, dass das StattHaus sich als Treffpunkt sowie Impulsgeber für die Bürger im Viertel sehe und gemeinsam mit ihnen sowie anderen wichtigen Stellen im Stadtteil wirksame Schritte für ein selbstbestimmtes und gutes Altern gerade im Hinblick auf demenzielle Entwicklungen einleiten möchte.

 
v.l.n.r.: Henning Knapheide, Bürgerinstitut Frankfurt, Koordinator Angebot „Wohnen für Hilfe“; Renate Rütten, Vorsitzende „Anders leben – anders wohnen e.V.“; Gertrud Rosemann, Senior Guide Ausstellung „Dialog mit der Zeit“, Museum für Kommunikation Frankfurt; Martin Erhardt, Referent der Altenbildung Ev. Kirche Hessen und Nassau

© © Bernd Georg (Stadt Offenbach)

v.l.n.r.: Henning Knapheide, Bürgerinstitut Frankfurt, Koordinator Angebot „Wohnen für Hilfe“; Renate Rütten, Vorsitzende „Anders leben – anders wohnen e.V.“; Gertrud Rosemann, Senior Guide Ausstellung „Dialog mit der Zeit“, Museum für Kommunikation Frankfurt; Martin Erhardt, Referent der Altenbildung Ev. Kirche Hessen und Nassau

 
 
links dazu Sozialdezernent Dr. Felix Schwenke bei seinem Grußwort

© © Bernd Georg (Stadt Offenbach)

links dazu: Sozialdezernent Dr. Felix Schwenke bei seinem Grußwort

 



Gespräch über die Herausforderungen und Chancen des Älterwerdens

Nach den einführenden Worten startete Moderatorin Saskia Rühl, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität im Bereich Interdisziplinäre Alterswissenschaft, die Gesprächsrunde. Gertrud Rosemann, mit 92 Jahren älteste Senior Guide der Ausstellung „Dialog mit der Zeit“ im Frankfurter Museum für Kommunikation erzählte von ihrer Tätigkeit als Begleiterin der Besucher und der Tatsache, dass die insgesamt 33 Begleiter zwischen 70 und 92 Jahren aus 160 Bewerbungen herausgesucht worden waren. Ein Zeichen, dass Menschen sich nach dem Renteneintritt keinesfalls zur Ruhe setzen müssen. Auf Ihr „Erfolgsgeheimnis“ angesprochen, führte Gertrud Rosemann vor allem „Neugier und eine Aufgabe haben“ an. Dies habe sie Zeit ihres Lebens angetrieben, neue Dinge zu lernen und anzugehen. Renate Rütten (78) erzählte von den Anfängen, Herausforderungen, aber auch Anstrengungen, die die Gründung und Organisation eines gemeinschaftlichen und generationenübergreifenden Wohnprojekts in Bergen Enkheim vor 12 Jahren mit sich brachten und nach wie vor bringen. Nur mit Ausdauer, Mut und Toleranz für die Individualität des Einzelnen sei ein solches Unterfangen möglich. Im Gegenzug sei diese Form des Zusammenlebens mit gewachsenen und verlässlichen sowie verbindlichen Nachbarschaftsbeziehungen eine sehr gute Chance, lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben zu können.

Ebenfalls mit dem Thema Wohnen beschäftigt sich Henning Knapheide im Bürgerinstitut Frankfurt. Er organisiert das seit jetzt 10 Jahren bestehende Angebot „Wohnen für Hilfe“, bei dem ältere Menschen einen jüngeren Menschen, häufig Studenten bei sich aufnehmen und dafür Hilfestellungen im Alltag erhalten. Er erläuterte, dass viele allein lebende Personen so ihren durch den Auszug von Kindern oder den Tod des Partners vorhandenen Wohnraum zur Verfügung stellen und man damit dem bestehenden Wohnraumproblem in Frankfurt entgegenwirken könne. Mit einer professionellen Begleitung könnten so beide Seiten von dieser Lebensform auf Zeit profitieren und bestehende Hemmschwellen oder Ängste abbauen. Mit den Bedürfnissen älterer Menschen beschäftigt sich Martin Erhardt, der als Referent in der kirchlichen Altenarbeit tätig ist und als Autor den Fragestellungen der heute nicht mehr homogenen und oft sehr aktiven älteren Generation auf den Grund gegangen ist. Er beobachtet, dass die „jüngeren Alten“ zwischen 60 und 80 Jahren aufgrund von familiären Belastungen und Verpflichtungen häufig ihre eigenen Bedürfnisse nicht wahrnehmen und dass es Aufgabe seitens professioneller Stellen sei, dieser Generation neue Möglichkeiten des Engagements aufzuzeigen und deren Bedürfnisse zu erfragen.

Wohnen und Engagement als Schlüsselthemen der Zukunft
Welche neuen Entwicklungen sind zu beobachten? Martin Erhardt, der beruflich wie privat mit „dem Älter-werden“ konfrontiert ist, konstatierte durchaus mit dem Alter einhergehende Einbußen und Defizite. Jedoch haben gerade heute die meisten Menschen eine sehr lange Zeit nach dem Renteneintritt und sollten diese nutzen. Er fasste zusammen, dass vor allem das Wohnen und ein aktives Leben mit einem Engagement für andere ältere Menschen wichtig für ein langes und gesundes Leben und darüber hinaus Grundlage für ein gutes Miteinander in der Stadt seien. Dies erfordere allerdings ein Umdenken und einen langen Atem. Neben einer tatsächlich vorhandenen „Not“ bedürfe es zudem eine neue Form der Kontaktaufnahme und Ansprache mit den Menschen im Umfeld. Eine Kommunikationsform, die weithin verloren gegangen sei und neu belebt werden müsse. Renate Rütten, auch Gründerin und Vorstand des Vereins „Anders wohnen, anders leben“ bekräftigte die Notwendigkeit der immerwährenden Kommunikation miteinander, auch wenn es manchmal schwierig sei. Mit entspannten und anregenden Einzel- und Gruppengesprächen klang der Abend aus.

Das restliche Programm der Auftaktwoche im Überblick
Dienstag, 25.11.2014 um 17 Uhr:
„Dämmershoppen im Musikpavillon“ – Austausch über das Viertel „Westend“ bei Glühwein und Kerzenschein im Pavillon des Dreieichparks. Treffpunkt StattHaus, Geleitsstraße 94.

Mittwoch, 26.11.2014 von 10.00-14.00 Uhr:

„Gutes für Körper & Geist – gut vorbereitet in alle(n) Lebenslagen“ – Informationsbörse mit präventiven und wohltuenden Angeboten für Leib und Seele.

Donnerstag, 27.11.2014 um 17.30 Uhr

Lesung mit Kathrin Pläcking, ehemalige Altenpflegerin in einer Demenz-WG. Sie liest aus dem Buch „Erste Wahl: Ein Zukunftsroman“, anschließend Gelegenheit zur Diskussion.


Ansprechpartner für weitere Informationen:
Jutta Burgholte-Niemitz, Leitung StattHaus Offenbach,
Telefon: 069 / 2030 5546,
E-Mail: j.burgholte-niemitz@breuerstiftung.de

Tanja Sand, Projektkoordination StattHaus Offenbach,
Telefon: 069 / 2030 5546,
E-Mail: statthaus-of@breuerstiftung.de

Weitere Informationen zum Demenzzentrum StattHaus Offenbach, zu Veranstaltungen und Terminen gibt es auf der Internetseite www.breuerstiftung.de/statthaus-offenbach.


Über die Hans und Ilse Breuer-Stiftung

Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung wurde im Jahr 2000 von dem Unternehmer Hans Breuer gegründet. Die Frankfurter Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen entscheidend zu verbessern. Zweck der gemeinnützigen Stiftung ist es, exzellente wissenschaftliche Forschung im Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzerkrankungen zu fördern und wissenschaftliche Netzwerke auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung zu unterstützen. Darüber hinaus fördert die Hans und Ilse Breuer-Stiftung Projekte aus den Bereichen Versorgung, Betreuung und Therapie, die wesentlich dazu beitragen, das Leben von demenziell Erkrankten und ihren Familienangehörigen zu erleichtern und Alternativen in der häuslichen Pflege aufzeigen. Als eigenes Vorhaben hat die Stiftung in Offenbach am Main unter dem Namen „StattHaus Offenbach“ eine Begegnungsstätte und ein Informationszentrum zum Thema Demenz sowie einer ambulant betreuten Wohngruppe aufgebaut. Zu diesem Zweck wurde eine denkmalgeschützte Immobilie erworben, in der nach umfassender Sanierung und teilweisem Umbau ein Pilotprojekt verwirklicht wird. Als „One-Stop-Shop“ wird hilfesuchenden Betroffenen und ihren Angehörigen der ganze Bereich niedrigschwelliger Betreuungsangebote zum Thema Demenz zwischen häuslicher Versorgung und professioneller Tagespflege angeboten. Dazu gehören der Aufbau und die Begleitung von Gesprächsgruppen, die Veranstaltung von Informationsseminaren für pflegende Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen sowie die stundenweise Entlastung pflegender Angehörige durch die Einrichtung von Betreuungsgruppen.

Weitere Informationen zur Hans und Ilse-Breuer-Stiftung auf der Website: http://www.breuerstiftung.de/


Pressekontakt:
Uli Kuhn, Uli Kuhn Consulting,Telefon 0178 / 322 01 82, uli.kuhn@ukuhn-consulting.de

 

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