StattHaus Offenbach wird Sitz von landesweiter Fachstelle für ambulant betreute Demenz-Wohngemeinschaften

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Dreijährige Projektförderung durch Hessisches Sozialministerium und Spitzenverband der Pflegekassen

StattHaus Offenbach wird Sitz von landesweiter Fachstelle für ambulant betreute Demenz-Wohngemeinschaften

© Fotograf: Bernd Georg

 

Offenbach, 2. September 2016 – Die Nachfrage nach alternativen Wohn- und Versorgungsformen für Menschen mit Demenz steigt. Die zunehmende Popularität von Wohngemeinschaften mit kleiner Gruppengröße führt dazu, dass Angehörige immer häufiger nach freien WG-Plätzen fragen. Um den Anfragen künftig gerechter werden zu können und die Gründung von weiteren ambulanten Wohn-Pflege-Gruppen zu fördern, startet das StattHaus Offenbach den Aufbau einer zentralen Fachstelle für das Land Hessen.

Die Beratungs- und Koordinierungsstelle soll insbesondere potenziellen Initiatoren und Projektträgern für Fragen rund um eine WG-Gründung und Organisation zur Verfügung stehen. Dazu gehören unter anderem beispielsweise ambulante Betreuungs- und Pflegedienste, Stiftungen, Bauunternehmen oder Angehörige.

„Es geht auch darum, die bereits bestehenden Wohngemeinschaften in Hessen zu beraten und zu begleiten. Wir wollen die Vernetzung von ambulanten Wohngemeinschaften vorantreiben, da während der Aufbau- und Gründungsphase erfahrungsgemäß viele identische Fragestellungen und Herausforderungen entstehen“, erklärt Jutta Burgholte-Niemitz, die als Ansprechpartnerin der Fachstelle zur Verfügung stehen wird. Sie hat bereits fünf selbstverwaltete Wohn-Pflege-Gruppen in Hessen erfolgreich aufgebaut, zuletzt die neunköpfige Wohngemeinschaft im Demenzzentrum StattHaus Offenbach der Hans und Ilse Breuer-Stiftung.

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration und der Spitzenverband der Pflegekassen fördern das Projekt für zunächst drei Jahre. Zu den ersten Maßnahmen gehört die Erstellung einer Website, auf der allgemeine Informationen zum Thema sowie die bisher bestehenden ambulanten Wohn-Pflege-Gruppen aufgeführt werden. Darüber hinaus sind weitere Hilfestellungen zur Erleichterung von Aufbauprozessen einer ambulanten WG geplant.

Als wissenschaftlicher Partner konnte das StattHaus die Frankfurter University of Applied Sciences gewinnen. Für die Umsetzung der Website und weitere Aktivitäten innerhalb des Projektes wurde nach einem Auswahlverfahren die Agentur mp-Group mit Sitz in Hanau beauftragt.     

Vorstellung der innovativen Organisationsplattform „Infobox“
Bereits in einer intensiven Erprobungsphase befindet sich seit Sommer 2015 ein weiteres Projekt, welches das StattHaus Offenbach gemeinsam mit der University of Applied Sciences und der Agentur wegewerk aus Berlin umsetzt. „DOSIS“ ist eine webbasierte Informationsplattform zur Dokumentation, Organisation und Steuerung der Versorgung und Betreuung in einer ambulant betreuten Wohngruppe für Menschen mit Demenz. Ziel ist es, die Kommunikation innerhalb der Nutzergruppen – Angehörige, Pflegedienst, Vermieter, freiwillige Helfer – zu vereinfachen und Abläufe des WG-Alltags besser abzustimmen.

„Unser Anliegen ist es, bestehende Strukturen und vor allem die Kommunikation innerhalb der ambulanten Wohngruppen weiterzuentwickeln. Wir haben uns in den vergangenen Jahren intensiv mit Möglichkeiten der Verbesserung von koordinativen Abläufen in ambulanten Wohn-Pflege-Gemeinschaften befasst“, so Burgholte-Niemitz. „Dank der Förderung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und des Spitzenverbandes der Pflegekassen konnten wir das Projekt ins Leben rufen.“

Im Rahmen einer Fachveranstaltung am 1. September 2016 wurde die innovative Plattform WG-Organisatoren und interessierten Teilnehmern vorgestellt. In einem anschließenden Workshop wurden zudem erste Schritte zur Umsetzung der hessenweiten Fachstelle für ambulant betreute Wohngemeinschaften erarbeitet.  
 

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Jutta Burgholte-Niemitz und Tanja Dubas, Telefon: 069 / 2030 5546, E-Mail: statthaus-of@breuerstiftung.de

Weitere Informationen zum Demenzzentrum StattHaus Offenbach, Veranstaltungen und Termine: www.breuerstiftung.de/statthaus-offenbach
 

Über die Hans und Ilse Breuer-Stiftung

Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung wurde im Jahr 2000 von dem Unternehmer Hans Breuer gegründet. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen entscheidend zu verbessern. Dafür verfolgt die gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Frankfurt zwei Ziele: Helfen und Forschen - mit dem Engagement in der Betroffenenhilfe und der Förderung wissenschaftlicher Grundlagenforschung zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen.

Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung fördert Projekte aus den Bereichen Versorgung, Betreuung und Therapie, die wesentlich dazu beitragen, das Leben von demenziell Erkrankten und ihren Familienan-gehörigen zu erleichtern und insbesondere auch Alternativen in der häuslichen Pflege aufzeigen. Als eigenes Pilotprojekt in der Begleitung von Demenzbetroffenen hat die Stiftung unter dem Namen „StattHaus Offenbach“ nach umfassender Sanierung ein Demenzzentrum in einer denkmalgeschützten Gründerzeitvilla aufgebaut. Das Haus bietet Räumlichkeiten für neun Menschen mit Demenz, die seit November 2014 eine ambulant betreute Wohngemeinschaft bilden. Die Wohn-Pflege-Gruppe wird in geteilter Verantwortung gemeinsam von Angehörigen, einem ambulanten Pflege- und Betreuungsteam, freiwilligen Helfern und von der Stiftung als Vermieter organisiert und begleitet. Gleichzeitig fungiert das StattHaus als Beratungs- und Informationszentrum für Betroffene und Angehörige. Hilfesuchende finden vielfältige Angebote, die von häuslicher Versorgung bis zur Tagesbetreuung reichen. Dazu gehören auch der Aufbau und die Begleitung von Gesprächsgruppen, die Veranstaltung von Informationsseminaren für Angehörige und ehrenamtliche Helfer sowie die stundenweise Entlastung pflegender Angehöriger durch die Einrichtung von Betreuungsgruppen und Einzelbetreuungsangeboten. Ein kleines „Quartiers-Café“ mit Terrasse dient als Begegnungsstätte für die Bewohner und Besucher des Hauses.

Neben der Betroffenenhilfe fördert die Stiftung in Umsetzung der Visionen des Stifters Hans Breuer die wissenschaftliche Grundlagenforschung zu Demenz und unterstützt hierzu existierende wissenschaftliche Netzwerke. Darüber hinaus hat die Stiftung von 2006 bis 2014 jährlich den mit 100.000 Euro deutschlandweit höchstdotierten Alzheimer-Forschungspreis vergeben, der seit 2016 zweijährlich ausgeschrieben wird. Die Verleihung erfolgt traditionell im Rahmen des Eibsee-Meetings, einem hochkarätig besetzten
wissenschaftlichen Kongress, welche
r rund um ein Kuratoriumsmitglied der Stiftung, Prof. Dr. Dr. h.c. Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Experten aus der ganzen Welt zusammenbringt und der von der Hans und Ilse Breuer-Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) und dem Excellenzcluster SyNergy ausgerichtet und finanziert wird. Zusätzlich vergibt die Stiftung seit 2006 jährlich drei Promotionsstipendien für herausragende Leistungen, um den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung in Deutschland zu fördern.

Weitere Informationen zur Hans und Ilse-Breuer-Stiftung auf der Website: http://www.breuerstiftung.de/
 

Pressekontakt:

Uli Kuhn, Uli Kuhn Consulting, Telefon 0178 / 322 01 82, uli.kuhn@ukuhn-consulting.de
 

Spendenkonto Forschungsförderung:

Hans und Ilse Breuer-Stiftung
IBAN DE91 5022 0085 2192 4310 42

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Spendenkonto Betroffenenhilfe:

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