Was Kriegserlebnisse mit Demenz zu tun haben

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Was Kriegserlebnisse mit Demenz zu tun haben

Vortrag im StattHaus Offenbach informiert über oft unerklärbare Symptome und mögliche Hintergründe

Offenbach, 8. Februar 2017– „Heute verstehen, was damals war“ – unter diesem Titel referiert am Donnerstag, den 16. Februar 2017 um 17 Uhr Diplom-Pädagogin Stephanie Ludwig zu den nachhaltigen und oftmals verstörenden Folgen von Kriegserlebnissen unserer Vorfahren. „Die Großeltern und Eltern räumten die Trümmer der zerstörten Häuser mit den Händen weg und wir, die nächsten Generationen, sind immer noch mit dem Aufräumen der seelischen Trümmer beschäftigt“, so Ludwigs provokante These.

Stephanie Ludwig befasst sich seit vielen Jahren mit den Auswirkungen des Krieges auf die Kinder- und Enkelgeneration. Ihre Erfahrung: die zwischen 1927 und 1945 Geborenen haben lange über ihre Erlebnisse im Krieg und in der Nachkriegszeit geschwiegen. Stattdessen haben sie unerklärlich erscheinende Symptome entwickelt, die sich auch im Rahmen einer Demenz zeigen. „Die nach Kriegsende Geborenen tragen zum Teil schwer an dem, was ihre Großeltern beziehungsweise Eltern erlebt und ihnen bewusst oder unbewusst weitergegeben haben“ ist sich Stephanie Ludwig sicher. Bei ihrem Vortrag lernen die Teilnehmer, die Gegenwart besser zu verstehen und Kräfte zu entdecken, die es möglich gemacht haben, bis heute zu „überleben“. 

Veranstaltungsort ist das Demenzzentrum StattHaus Offenbach, Geleitsstraße 94, 63067 Offenbach. Anmeldungen und Fragen werden telefonisch über die Nummer 069/2030-5546 oder per Mail an statthaus-of@breuerstiftung.de erbeten.

 

Ansprechpartner für weitere Informationen: Jutta Burgholte-Niemitz und Tanja Dubas, Telefon: 069 / 2030 5546, E-Mail: statthaus-of@breuerstiftung.de 

Weitere Informationen zum Demenzzentrum StattHaus Offenbach, Veranstaltungen und Termine: www.breuerstiftung.de/statthaus-offenbach

 

 

Über die Hans und Ilse Breuer-Stiftung

Die als "Stiftung des Jahres 2016 in Hessen" ausgezeichnete Hans und Ilse Breuer-Stiftung wurde im Jahr 2000 von dem Unternehmer Hans Breuer gegründet. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen entscheidend zu verbessern. Dafür verfolgt die gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Frankfurt zwei Ziele: Helfen und Forschen - mit dem Engagement in der Betroffenenhilfe und der Förderung wissenschaftlicher Grundlagenforschung zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen.

Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung fördert Projekte aus den Bereichen Versorgung, Betreuung und Therapie, die wesentlich dazu beitragen, das Leben von demenziell Erkrankten und ihren Familienan-gehörigen zu erleichtern und insbesondere auch Alternativen in der häuslichen Pflege aufzeigen. Als eigenes Pilotprojekt in der Begleitung von Demenzbetroffenen hat die Stiftung unter dem Namen „StattHaus Offenbach“ nach umfassender Sanierung ein Demenzzentrum in einer denkmalgeschützten Gründerzeitvilla aufgebaut. Das Haus bietet Räumlichkeiten für neun Menschen mit Demenz, die seit November 2014 eine ambulant betreute Wohngemeinschaft bilden. Die Wohn-Pflege-Gruppe wird in geteilter Verantwortung gemeinsam von Angehörigen, einem ambulanten Pflege- und Betreuungsteam, freiwilligen Helfern und von der Stiftung als Vermieter organisiert und begleitet.

Gleichzeitig fungiert das StattHaus als Beratungs- und Informationszentrum für Betroffene und Angehörige. Hilfesuchende finden vielfältige Angebote, die von häuslicher Versorgung bis zur Tagesbetreuung reichen. Dazu gehören auch der Aufbau und die Begleitung von Gesprächsgruppen, die Veranstaltung von Informationsseminaren für Angehörige und ehrenamtliche Helfer sowie die stundenweise Entlastung
pflegender Angehöriger durch die Einrichtung von Betreuungsgruppen und Einzelbetreuungsangeboten. Ein kleines „Quartiers-Café“ mit Terrasse dient als Begegnungsstätte für die Bewohner und Besucher des Hauses.

Neben der Betroffenenhilfe fördert die Stiftung in Umsetzung der Visionen des Stifters Hans Breuer die wissenschaftliche Grundlagenforschung zu Demenz und unterstützt hierzu existierende wissenschaftliche Netzwerke. Darüber hinaus hat die Stiftung von 2006 bis 2014 jährlich den mit 100.000 Euro deutschlandweit höchstdotierten Alzheimer-Forschungspreis vergeben, der seit 2016 zweijährlich ausgeschrieben wird.

Die Verleihung erfolgt traditionell im Rahmen des Eibsee-Meetings, einem hochkarätig besetzten wissenschaftlichen Kongress, welche
r rund um ein Kuratoriumsmitglied der Stiftung, Prof. Dr. Dr. h.c. Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Experten aus der ganzen Welt zusammenbringt und der von der Hans und Ilse Breuer-Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) und dem Excellenzcluster SyNergy ausgerichtet und finanziert wird. Zusätzlich vergibt die Stiftung seit 2006 jährlich drei Promotionsstipendien für herausragende Leistungen, um den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung in Deutschland zu fördern.


Weitere Informationen zur Hans und Ilse-Breuer-Stiftung auf der Website: http://www.breuerstiftung.de/

 

Pressekontakt:

Uli Kuhn, Uli Kuhn Consulting, Telefon 0178 / 322 01 82, uli.kuhn@ukuhn-consulting.de

 

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