Chronische Krankheiten behandeln

Chronische Krankheiten behandeln

Einige körperliche Erkrankungen wie Diabetes, Fettleibigkeit oder Depressionen können ein Risiko für kognitive Leistungseinschränkungen und Demenz sein.

1. Bluthochdruck

Bluthochdruck ist mit einem Risiko von kognitiven Störungen und Demenzerkrankungen im höheren Alter verbunden, insbesondere wenn dieser schon in der Lebensmitte auftritt.  Das gilt für vaskuläre Demenzen, aber auch für Alzheimer-Demenzen. Ein erhöhter Blutdruck sollte also konsequent behandelt werden, weil so das Risiko einer Demenz gesenkt werden kann.

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2. Diabetes

Auch das Vorliegen einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), insbesondere des Diabetes Typ 2 (Alterszuckerkrankheit), ist eine Risikokonstellation für die Entwicklung einer Demenz.  Eine deutsche Studie brachte einen interessanten Befund zutage: Nicht die Diagnose eines Diabetes Typ 2 an sich erhöht das Risiko, vielmehr haben Menschen ein höheres Demenzrisiko, wenn ihr Blutzucker ungenügend eingestellt ist.  Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer konsequenten Behandlung durch Lebensstiländerung und ggf. medikamentöser Blutzuckereinstellung.

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3. Adipositas

Adipositas oder Fettleibigkeit im mittleren Lebensalter ist klar mit einem erhöhten Demenzrisiko im höheren Lebensalter verbunden. Im mittleren Alter getroffene Maßnahmen gegen erhöhtes Körpergewicht können demnach auch das Risiko einer Demenz minimieren. Wenn Sie genau wissen wollen, ob Sie als normalgewichtig, übergewichtig oder fettleibig gelten, können Sie hier Ihren Body-Mass-Index (BMI) bestimmen. Krankhaftes Übergewicht ist eine chronische Erkrankung, die viele Ursachen haben kann. Suchen Sie sich ärztliche Hilfe - gegebenenfalls in Spezialambulanzen

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4. Hörbeeinträchtigungen

Erste Ergebnisse weisen auch auf einen Zusammenhang zwischen Hörbeeinträchtigungen und einer späteren Demenzentwicklung hin.  Weil die genauen Mechanismen noch nicht geklärt sind, wissen wir nicht, ob die Nutzung von Hörhilfen den Beginn demenzieller Erkrankungen wirklich verzögern kann. Dennoch sollten Sie Hörbeeinträchtigungen ärztlich abklären lassen und ggf. eine Versorgung mit Hilfsmitteln (z.B. Hörgeräten) in Anspruch nehmen.

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5. Depression

Der Zusammenhang zwischen Depression und Demenz hat viele Facetten.  Doch kristallisiert sich zunehmend heraus: Depressionen im früheren Erwachsenenalter erhöhen das Risiko für eine Demenz im höheren Alter. Tritt die Depression erst im hohen Alter auf, ist dies weniger klar. So wird zum Beispiel auch davon ausgegangen, dass die Depression ebenso ein sogenanntes Prodrom, also ein Vorläufer der Demenzerkrankung sein kann.

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6. Vorsicht bei Medikamenten mit anticholinerger Wirkung

Vorsicht ist bei Medikamenten mit anticholinerger Wirkung geboten. Medikamente mit anticholinerger Wirkung werden z.B. in der Neurologie, Psychiatrie oder in der Inneren Medizin eingesetzt und von 13 Prozent der älteren Menschen in Deutschland eingenommen.  Der Nutzen dieser Wirkstoffe ist unbestritten, es handelt sich um wichtige und wirksame Medikamente. Trotzdem gibt es beim Einsatz im Alter erste Hinweise auf die Erhöhung des Demenzrisikos. 

Aus diesem Grund haben anticholinerge Substanzen Eingang in eine Liste von Medikamenten (PDF-Dokument) gefunden, die für ältere Menschen möglicherweise problematisch sind. Generell kann gesagt werden, dass älteren Menschen anticholinerge Medikamente äußerst zurückhaltend verabreicht werden sollten. Wägen Sie es gut mit Ihrem Arzt ab und suchen Sie gegebenenfalls nach alternativen Medikamenten.

Quellen

 

Quellenverzeichnis

1. Bluthochdruck

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3. Adipositas

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4. Hörbeeinträchtigungen

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6. Vorsicht bei Medikamenten mit anticholinerger Wirkung

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