Prof. Dr. Paul Saftig

Prof. Dr. Paul Saftig

Prof. Dr. Paul Saftig
 

"The physiological function of the Alzheimer’s disease relevant secretases"

 

Kurzbericht zur Mittelverwendung

Proteasen in der Alzheimer Erkrankung: Forschungsziel und Therapieansatz

Proteasen sind spezialisierte Enzyme, die andere Proteine gezielt oder auch willkürlich schneiden können. Von den etwa 600 in unserem Körper vorkommenden Proteasen sind einige auch an der Entstehung der für das Absterben der Neuronen mitverantwortlichen amyloiden Peptide, die bei der Alzheimer Erkrankung vermehrt anfallen verantwortlich. Die gamma- und die beta-Sekretase sind bei diesem proteolytischen Prozess direkt beteiligt, wobei die alpha-Sekretase dem Heraussschneiden des schädlichen Amyloid-Peptides entgegenwirkt. Die Arbeitsgruppe um Prof. Paul Saftig an der Universität Kiel hat sich in einer Reihe von Studien auf die Funktionsaufklärung dieser alpha-Sekretase konzentriert.  ADAM10 wurde als in vivo wichtige die das Amyloidvorläuferprotein-spaltende alpha Sekretase identifiziert. Die Bedeutung dieses zur Metalloproteasefamilie gehörenden Enzyms für die Entwicklung, aber auch die Funktion des Gehirns wurde durch verschiedene experimentelle Ansätze belegt. Ein Verlust dieser Protease führt zu Veränderungen des Aufbaus und der Funktion von Nervenkontakten (Synapsen) und einer Einschränkung des Lernvermögens. In weiteren Arbeiten konnte auch gezeigt werden, dass ADAM10 eine ganze Reihe weiterer Oberflächenproteine auf Nervenzellen schneiden und damit deren Funktion modulieren kann. Aus möglicher therapeutischer Sicht bedeutet dies, dass ADAM10 zwar ein sehr interessantes Ziel für eine Therapie der Alzheimer Erkrankung darstellt, aber aufgrund der vielfältigen Funktionen genau abwägt werden muß wie man die Aktivität dieser Protease beeinflußt. In diesem Zusammenhang ist auch interessant, dass in der Arbeitsgruppe gefunden wurde, dass die zelluläre Verteilung und Stabilität von ADAM10 über sogenannte Tetraspaninproteine reguliert wird. Zudem wurde auch gefunden, dass ADAM10 bei der Prionerkrankung von entscheidender Bedeutung ist. Die durch das Preisgeld der Breuer-Stiftung geförderten Arbeiten in der Arbeitsgruppe von Prof. Saftig legten somit einen Grundstein für ein verbessertes Verständnis der biologischen Rolle der bei der Alzheimer Erkrankung beteiligten alpha Sekretase ADAM10.

 

Lebenslauf

Name Prof. Dr. Paul Saftig
Geburtsort Hennef (Sieg)
Gbeurtsdatum 02.09.1962
   
seit 2001 Professor (C3) und Direktor des Biochemischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität-Kiel
2000 Habilitation in Biochemie, Universität Göttingen
1994-2000 Research Assistant an der Universität Göttingen
1991-1994 Doktorarbeit an der Universität Göttingen; Biochemie II; Prof. K. von Figura: "In vivo functions of lysosomal proteins"
1989-1990 Diplomarbeit am Institut für Medizinische Microbiologie (Universität Göttingen), Prof. Dr. W. Büttner
 1984-1989 Studium der Biologie an den Universitäten Bonn und East Anglia, Norwich (Great Britain)


Zu ausgewählten Publikationen von Prof. Dr. Paul Saftig

 

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