Prof. Dr. Ulrike Müller

Hinweis: Der Schwerpunkt der Forschungsförderung wird zukünftig auf die Stipendien gelegt.
Über die Bewerbungsfrist und die Neuvergabe von Stipendien berichten wir nach Abschluss unserer Beratungen auf der Homepage

Prof. Dr. Ulrike Müller

 
 

Forschungsergebnis

"Bestätigung, dass das Amyloidprecursorprotein (APP) essentielle Funktionen für die Kommunikation zwischen Nervenzellen besitzt"

Das Amyloidprkursorprotein APP spielt eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Alzheimer-Demenz. Die normalen zellbiologischen und physiologischen Funktionen von APP und seinen Spaltprodukten waren  bisher weitgehend unbekannt. Dabei wird APP in fast allen Zellen des Gehirns produziert, vor allem in Regionen, die für die Gedächtnisbildung wichtig sind. Das Team von Prof. Müller untersuchte welche Rolle APP im gesunden Organismus für die Entwicklung und Funktion des Nervensystems spielt. Hierzu wurden genetisch veränderte Mausmodelle erzeugt in denen die Erbinformation für APP zerstört und somit die APP Produktion unterbunden wurde. Eine Analyse dieser Mäuse ließ nun wichtige Rückschlüsse auf die normale Funktion des APP Proteins im Organismus zu. Mit Hilfe des Breuer Preises konnten wir zeigen dass APP, und hierbei insbesondere das APP Spaltprodukt APPsa, essentielle Funktionen für die Kommunikation zwischen Nervenzellen besitzt. So besitzen Mäuse mit inaktiviertem APP-Gen beispielsweise weniger Synapsen, die Kommunikationsstellen zwischen Nervenzellen, und ein wesentlich schlechteres Lernvermögen in kognitiven Tests. Weiterführende Experimente erbrachten den Beleg, dass APPsα als Signalmolekül auf die synaptischen Kontakte von Nervenzellen wirkt, die Acetylcholin als Botenstoff verwenden. Das Protein-Fragment APPsα stimuliert die Signalweiterleitung durch die Acetylcholin-Rezeptoren und erhöht ihre natürliche Ansprechbarkeit. APPsa ist somit auch therapeutisch hochinteressant, da im Gehirn von Alzheimerpatienten geringere Mengen an APPsa produziert werden. Ein möglicher therapeutischer Ansatz wäre es daher die Produktion von APPsa im Gehirn der Patienten zu induzieren oder APPsa mittels Gentherapie einzubringen.

 

Lebenslauf

Name Prof. Dr. Ulrike Müller
Geburtsort München
Geburtsdatum 10.04.1960
   
2008 Forschungspreis der Hans und Ilse Breuer-Stiftung
seit 2005 Professorin für Funktionelle Genomik, Institut für Pharmazie und molekulare Biotechnologie, Uni Heidelberg
1999 Habilitation Molekularbiologie, universität Zürich
1997-2004 Leiterin der unabhängigen Forschungsgruppe Neurogenetik, Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt
1991-1997 EMBO longterm fellow und unabhängige Arbeitsgruppenleiterin Institut für Molekularbiologie I, Universität Zürich
1989-1991 Postdoc Medical School, University of Manchester, UK
1989 Dipl. rer. nat. Biochemie and Molecular Biology, Universität München
1985 Dipl. Chemie, Universität München
 

Ausgewählte Publikationen

Anliker, B. and Müller, U. (2006). The functions of the mammalian amyloid precursor protein and related amyloid precursor-like proteins. Neurodegenerative Diseases 3, 239-246.

Caille, I., Alliquant, B., Dupont, E., Bouillot, C., Langer, A., Müller, U. and Pronchiantz, A. (2004). Soluble form of Amyloid precursor protein regulates proliferation of Progenitors in the adult subventricular zone. Development, 131, 2173.

Grimm MO, Grimm HS, Patzold AJ, Zinser EG, Halonen R, Duering M, Tschape JA, De Strooper B, Muller U, Shen J, Hartmann T (2005) Regulation of cholesterol and sphingomyelin metabolism by amyloid-beta and presenilin. Nat Cell Biol, 7,1118-1123.

Heber, S., Herms, J., Gajic, V., Hainfellner, J., Aguzzi, A., Rülicke, T., Kretzschmar, H., von Koch, C., Sisodia, S., Tremml, P., Lipp, H.-P., Wolfer, D. P. and Müller, U. (2000). Mice with combined gene knockouts reveal essential and partially redundant functions of Amyloid precursor protein family members. Journal of Neuroscience 20, 7951-7963.

Hebert SS, Serneels L, Tolia A, Craessaerts K, Derks C, Filippov MA, Muller U, De Strooper B (2006) Regulated intramembrane proteolysis of amyloid precursor protein and regulation of expression of putative target genes. EMBO Rep, 7,739-745.

Herms, J., Anliker, B., Heber, S., Ring. S., Fuhrmann, M., Kretzschmar, H., Sisodia, S. and Müller, U. (2004). Cortical Dysplasia Resembling Human Type 2 Lissencephaly in Mice Lacking all Three APP-Family Members. The EMBO J. 23, 4106 – 4115

Pardossi-Piquard, R. Petit, A., Kawarai, T., Sunyach, C. Alvers da Costa, C. Vincent, B., St. Ring, S. , DÁdamio, L., Shen, J., Müller, U., George Hyslop, P. and Checler, F. (2005). Presenilin-dependent transcriptional control of the Ab degrading enzyme neprilysin by intracellular domains of bAPP and APLP. Neuron, 46, 541-554

Ring. S, Weyer, S., Kilian, S. B., Waldron, E., Pietrzik, C. U., Filippov, M., Herms, J., Buchholz, C., Eckman, C. B., Martin Korte, M., Wolfer, D. P. and Müller, U. (2007) The secreted APPsα domain is sufficient to rescue the anatomical, behavioral, and electrophysiological abnormalities of APP deficient mice J. Neuroscience, 27, 7817-7826

Soba, P. , Eggert, S., Zentgraf, H., Siehl, K., Kreger, S., Löwer,A., Langer, A., Merdes, G., Paro, R.,. Masters, C. L., Müller,U., Kins, S. and Konrad Beyreuther. (2005) Homo- and hetero-dimerization of APP family members promotes intercellular adhesion. EMBO J., 24, 3624-3634

 

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