Helena Ederle

Helena Ederle
 
 

Projektbeschreibung

Mein Forschungsschwerpunkt sind die molekularen Mechanismen der Frontotemporalen Demenz (FTD) und Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Diese neurodegenerativen Erkrankungen sind eng verwandt mit der Alzheimerschen Krankheit. Da jedoch andere Nervenzellen vom Zelltod betroffen sind, kommt es anders als bei Alzheimer nicht zum Gedächtnisverlust, sondern zu einer fortschreitenden Veränderung der Persönlichkeit, des Sprachvermögens oder der Muskulatur. FTD und ALS sind bislang unheilbar und führen nach einigen Jahren unweigerlich zum Tode.

Auf molekularer Ebene zeichnen sich beide Erkrankungen durch eine abnorme Umverteilung und Aggregation bestimmter Proteine aus; diese Proteinaggregate können sowohl im Zytosol als auch im Zellkern von Nervenzellen vorkommen. Zwei Proteine, die in den Proteinaggregaten gefunden wurden, sind TDP-43 (TAR DNA-binding protein of 43 kDa) und FUS (Fused in sarcoma). Beide Proteine erfüllen vielfältige Aufgaben in Zellen und es ist bekannt, dass Mutationen im TDP-43- und FUS-Gen erbliche Formen der ALS und gelegentlich auch FTD verursachen können. Wie es zur pathologischen Umverteilung und Aggregation von TDP-43 und FUS kommt und wie dies zum Krankheitsbild der FTD und ALS führt, konnte bislang nicht geklärt werden.

Meine Doktorarbeit widmet sich dem Export von TDP-43 und FUS aus dem Zellkern. Im Normalzustand sind beide Proteine hauptsächlich im Zellkern von Zellen lokalisiert. Kleine Mengen an TDP-43 und FUS können aber auch in zytosolischen Fortsätzen detektiert werden, was auf den Export beider Proteine aus dem Zellkern ins Zytosol hindeutet. Über welche Transportwege TDP-43 und FUS aus dem Zellkern exportiert werden, ist noch unerforscht. Das Ziel meiner Doktorarbeit ist es, mit Hilfe von zell- und molekularbiologischen Untersuchungen herausfinden, wie der Kernexport von TDP-43 und FUS in gesunden Zellen abläuft, um dann eventuelle Export-Veränderungen im Zusammenhang mit FTD und ALS feststellen zu können. Ich hoffe, dass meine Arbeit uns neue Einblicke in die molekularen Mechanismen der FTD und ALS gewährt und einen kleinen Beitrag zum besseren Verständnis dieser Krankheitsbilder leistet.

 

 

Lebenslauf

Name Helena Ederle
Geburtsdatum

19.01.1987

 

 

seit 07/2018

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

09/2014 – 06/2018 Promotion mit Erlangung eines GSN (Graduate School of Systemic Neurosciences) Ph.D.-Titels am BioMedizinischen Centrum der Ludwig-Maximilians-Universtität München (Arbeitsgruppe Dr. Dorothee Dormann)
2011 – 2014 Master of Science (M.Sc.) in Molecular Biosciences (Schwerpunkt Neurowissenschaften) an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 
2013 – 2014 Auslandsaufenthalt für die Masterarbeit am Cold Spring Harbor Laboratory, New York, USA
2007 – 2010 Bachelor of Science (B.Sc.) in Biology (Schwerpunkt Physiologie) an der Universität Ulm
 

Publikationen

  • Ederle & Dormann: TDP-43 and FUS en route from the nucleus to the Cytoplasm.
    FEBS Letter, 2017
  • Khosravi et al.: Cytoplasmic poly-GA aggregates impair nuclear import of TDP-43 in C9orf72 ALS/FTLD.
    Hum Mol Genetics, 2017
  • Ederle et al.: Nuclear egress of TDP-43 and FUS occurs independently of Exportin-1/CRM1. 
    Sci Reports, 2018
  • Hock et al.: Hypertonic Stress Causes Cytoplasmic Translocation of Neuronal, but Not Astrocytic, FUS due to Impaired Transportin Function. Cell Reports, 2018
 

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