StattHaus Offenbach – Leitbild

Das StattHaus Offenbach ist ein Projekt der gemeinnützigen Hans und Ilse Breuer-Stiftung. Diese unterstützt seit ihrer Gründung im Jahr 2000 verschiedene, innovative Vorhaben im Bereich Alzheimer und anderer Formen der Demenz. Mit gezielter Förderung von Forschungsprojekten und ganzheitlichen Alltagshilfen für Betroffene und deren Angehörige engagiert sich die Stiftung somit in Wissenschaft und Praxis. Mit dem StattHaus Offenbach schafft die Stiftung erstmals selbst eine Anlaufstelle für Betroffene und Pflegende mit dem Ziel, aktuelle Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung und Versorgungsforschung miteinander zu verbinden. Daraus folgernd sollen an den Bedürfnissen von Betroffenen und Pflegenden ausgerichtete Angebote zur Verfügung gestellt werden.

Selbstverständnis

Den Menschen in seiner Gesamtheit zu erfassen und im Blick zu haben, in seiner Ganzheit zu achten und in seiner durch die Demenz entstandene Versehrtheit und Verletzlichkeit zu schützen und zu begleiten, stehen im Fokus aller Überlegungen und Handlungen. Zu dieser Gesamtheit gehören in besonderer Weise auch das familiäre Umfeld sowie alle an der Pflege und Begleitung beteiligten Personen.

Das StattHaus versteht sich als kompetenter, aktiv unterstützender und beratender Partner vor Ort, mit dessen Hilfe ein Leben mit Demenz in all seiner Komplexität verstanden und bewältigt werden kann. Erklärte Vision ist das Vermeiden von Ab- und Ausgrenzung sowie Isolation zugunsten von gelebter Normalität und Integration. Der Mensch mit Demenz soll als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft anerkannt und entsprechend seinen Fähigkeiten und seiner persönlichen Ausdrucksform weiterhin an seinem gewohnten Leben teilhaben dürfen. Für die jeweils individuellen Bedürfnisse entlang des Demenzverlaufs sollen die jeweils nötigen und konkreten Hilfen in unterschiedlicher Form an einem Platz erfragt werden können. Dies gilt ebenso für pflegende Familienangehörige mit ihren Nöten und Herausforderungen.

Mit dem StattHaus möchte die Stiftung mithilfe der Stadt und seinen Bürgern eine neue Wahrnehmungs- und Akzeptanzkultur innerhalb der Gesellschaft schaffen sowie gemeinsam mit direkt und indirekt Betroffenen ein möglichst gutes Leben mit der Demenz ermöglichen.

Das StattHaus versteht sich als offener Ort der Begegnung und des Austauschs, des Voneinander-Lernens und Weitergebens, des Mittragens und Mitgestaltens. Im Sinne einer im Prozess befindlichen „Zukunfts- und Lernwerkstatt“ sollen eine neue Kultur des Unterstützens und neue Formen der Beteiligung aufgebaut und ständig weiterentwickelt werden.

Ziele und Anspruch

  • Wahrung eines weitgehend authentischen Alltagslebens, das von Autonomie, Selbstbestimmung und Individualität geprägt ist
  • Förderung von Teilhabe und Sicherstellung der sozialen Integration sowie Erhalt von Lebensqualität aller Beteiligten
  • Der Mensch mit Demenz soll ebenso wie dessen pflegende Angehörige und weitere Bezugspersonen im Stadtteil verankert und von einer tragenden nachbarschaftlich orientierten Gemeinschaft aufgefangen und durch alle Phasen begleitet werden.
  • In Form einer „Ein-Schritt-Versorgung“ bietet das StattHaus für alle Phasen der Demenz, bis hin zum Lebensende, die jeweils passenden Unterstützungsleistungen an
  • Verwirklichung einer kompetenten und tragfähigen Verantwortungsgemeinschaft, bestehend aus Fachkräften des Gesundheitswesens sowie Angehörigen, anderen Bezugspersonen und bürgerschaftlich engagierten, qualifizierten Personen aus dem lokalen Umfeld im Sinne der Idee „demenzfreundliches Quartier/Stadtteil“
  • Gemeinsame Identifikation von tatsächlich vorhandenen Bedürfnissen der Betroffenen und Pflegenden sowie die Entwicklung und Realisierung entsprechend darauf abgestimmter Maßnahmen
  • Aufbau einer transparenten Kooperations- und Netzwerkkultur in der Kommune und darüber hinaus
  • Weitergabe von Denk- und Handlungsanstößen für zukünftige Modellprojekte

Werte und Prinzipien

Das Leben und die Atmosphäre im StattHaus sollen geprägt sein durch:

  • Annahme und Akzeptanz des jeweiligen Gegenübers in seiner ureigenen und sich aktuell darstellenden Individualität, seiner Stärken und Fähigkeiten, Schwächen und Versehrtheiten; Annahme des Ist-Zustandes
  • Solidarität und Fürsorge
  • Regionale Ver(antw)ortung
  • Offenheit nach innen und außen
  • Partnerschaftlichkeit in Kommunikation und Handlung
  • Gesicherte Verfügbarkeit und freiwillige Verlässlichkeit/Verbindlichkeit
  • Bewusstsein (und Aushalten) eines verbleibenden Restes des Nicht-Kontrollierbaren
  • Lernbereitschaft
 

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