Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Christian Haass

"Ein großes Anliegen: die Förderung junger Nachwuchstalente"

© Breuer-Stiftung

Prof. Dr. Christian Haass

 

Ich arbeite seit 28 Jahren an den molekularen Mechanismen der Alzheimer-Erkrankung. Meine Forschungstätigkeit auf diesem Gebiet begann als junger Assistent und Juniorprofessor an der Harvard Medical School und führte dann über die Universität Heidelberg an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo ich den Lehrstuhl für Stoffwechselbiochemie innehabe und gleichzeitig das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in München leite. Wir arbeiten hier an einem interdisziplinären Institut, das versucht alle Aspekte der Demenz unter einem Dach zu bearbeiten, angefangen von molekularen, physikalischen und biochemischen Mechanismen bis hin zu Patienten. 

Unser Ziel ist es, die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung und der klinischen Forschung effizient und gezielt zusammenzuführen. Wir wollen so Biomarker zur Identifizierung von Risikopatienten, aber auch neue Zielmoleküle für therapeutische Interventionen erforschen und entwickeln. Unser Forschungsteam setzt sich zusammen aus Biochemikern, Zellbiologen, Molekularbiologen und Neurologen. Wir sind ein internationales Team, das in 12 unabhängigen Arbeitsgruppen Alzheimer erforscht.

Ein großes Anliegen ist uns die Förderung junger Nachwuchstalente. Unsere Doktoranden und Doktorandinnen werden weltweit in einem kompetitiven Verfahren innerhalb unseres Doktorandenprogrammes ausgewählt. Ganz besonders freut uns, wenn diese herausragenden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sich erfolgreich um eines der Stipendien der Hans und Ilse Breuer-Stiftung bewerben. Für die jungen Nachwuchstalente stellt dies eine wichtige Auszeichnung ihrer wissenschaftlicher Exzellenz dar, die auch für die weitere Karriere ungemein wichtig ist. Gleichzeitig bietet die Hans und Ilse Breuer-Stiftung als langjähriger Partner unseres jährlichen Alzheimer-Symposiums den jungen Nachwuchstalenten eine ausgezeichnete Plattform, ihre Arbeit vor international führenden Wissenschaftlern vorzustellen und mit diesen zu diskutieren. 

 
Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann

"Für mich stellt die Versorgung von Menschen mit Demenz eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar."

© Breuer-Stiftung

Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann

 

Nach meinem Medizinstudium in Bonn und Examen in Göttingen (1991) folgte meine Promotion an der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg (1993) sowie ein Studium zum Master of Public Health in Epidemiology an der University of North Carolina at Chapel Hill, USA (1994). Seit mehr als 15 Jahren bin ich Inhaber des Lehrstuhls für „Versorgungsepidemiologie und Community Health“ an der Universitätsmedizin Greifswald und seit 2009 bin ich Sprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) am Standort Rostock/Greifswald und Leiter der dort ansässigen Arbeitsgruppe „Translationale Versorgungsforschung“. Ich bin stellv. Vorsitzender des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung.

Für mich stellt die Versorgung von Menschen mit Demenz eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar. In unserer Forschung sind daher innovative, interdisziplinäre Versorgungsansätze, welche auf eine möglichst frühzeitige und umfassende Integration der Betroffenen in das bestehende Versorgungssystem abzielen, von fundamentaler Bedeutung. Ziel unserer Forschung ist es, die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern und diesen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben bei guter Lebensqualität zu ermöglichen. Unsere translationalen Forschungsansätze am DZNE Rostock/ Greifswald umfassen daher die Analyse der vorhandenen Versorgungsstrukturen, die Entwicklung von modularen Interventionen zur Verbesserung der primärärztlichen Versorgung sowie die Evaluation dieser Interventionen hinsichtlich Wirksamkeit und Kosteneffektivität. Die Implementation dieser innovativen Ansätze in die Routineversorgung ist integraler Bestandteil der Forschungsaktivitäten am DZNE Standort Rostock/Greifswald. Unser Ziel ist dabei immer, mit den aus der Forschung stammenden Konzepten eine nachhaltige Verbesserung der Versorgung der von Demenz betroffenen Menschen zu erreichen.

Die Bedeutung der Versorgungsforschung an und mit Menschen mit Demenz hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Besonders erfreut hat mich die Verleihung des Alzheimer-Forschungspreises der Hans und Ilse Breuer-Stiftung im Jahre 2017 auf dem Deutschen Kongress für Versorgungsforschung DNVF e.V. erstmalig an eine renommierte Wissenschaftlerin aus der Versorgungsforschung, Frau Prof. Dr. Riedel-Heller. Dies unterstreicht die Bedeutung unserer Forschung und zeigt, wie wichtig die Translation von Forschungsansätzen in die Versorgung der Menschen mit Demenz sowie deren pflegenden Angehörigen sind.

 

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